Tour-Präsident fordert härtere Doping-Strafen

29.01.2004  |  Paris (dpa) - Die Tour-de-France-Administration geht in der Dopingfrage auf Konfrontationskurs zum Internationalen Radsport-Verband UCI. Der Tour-Präsident Patrice Clerc forderte die UCI auf, die von der Welt-Antidoping-Agentur WADA geforderten zweijährigen Sperren für Dopingsünder einzuführen.

Der in der Schweiz ansässige Weltverband, der auch von WADA-Chef Richard Pound vor dem Hintergrund der Cofidis-Doping-Affäre scharf angegriffen wurde, müsse seine Position jetzt ändern. Das erklärte Clerc in einem Interview mit der französischen Sportzeitung «L`Equipe».

Im Zuge der weit reichenden Polizei-Ermittlungen um illegalen Medikamentenhandel gegen das französische Profiteam Cofidis ist in Südfrankreich ein Radsport-Trainer festgenommen worden. Er soll in enger Verbindung zu dem Cofidis-Betreuer Bogdan Madejak gestanden haben, der bei den Ermittlern als Kopf der Doping-Dealer gilt. Der gebürtige Pole mit französischem Pass sitzt weiter in Haft. Der Cofidis-Profi Phillippe Gaumont (Frankreich) hatte EPO-Doping und die Weitergabe des verbotenen Medikaments an Team-Mitglieder gestanden.

«Was wollen wir? Wir wollen die Betrüger rauswerfen, und wir sollten das auch tun für die Mehrheit der Rennfahrer, die nicht betrügen», sagte Clerc, der UCI-Präsident Hein Verbruggen (Niederlande) öffentlich aufrief, die Zwei-Jahres-Sperre der WADA bei Doping-Vergehen zu übernehmen. Der Chef der Tour-Organisation glaubt dennoch an die «Sauberkeit» der Mehrheit der Fahrer und wandte sich gegen Äußerungen des geständigen Gaumont, «90 Prozent der Fahrer» betrieben Doping und die Kontrollen nützten nichts.

Die UCI, die sich bisher für die Beibehaltung der kurzen Dopingsperren ausspricht und auf Konfrontationskurs zur WADA ist, gerät nach der neuerlichen Dopingaffäre immer mehr unter Druck. Pound sagte laut «Radsport-News» unlängst in einem Interview, nun müsse «auch Verbruggen einsehen, dass der Radsport ein Problem» habe. Die Funktionäre wüssten, «dass Tourfahrer und andere Doping-Substanzen nehmen».

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