Profi-Radsport

Doping-Verdacht gegen Armstrong-Team

07.11.2000 -

Berlin/Paris (dpa) - Jetzt haben Doping-Verdächtigungen auch ganz konkret den zweifachen Tour-Sieger Lance Armstrong (USA) und sein US- Postal Team erreicht. Die Staatsanwaltschaft Paris hat am 18. Oktober eine Untersuchungskommission eingerichtet, die diesem Verdacht nachgeht, berichtete die Pariser Zeitung «Le Monde».

Die Staatsanwaltschaft soll nach einem anonymen Brief aktiv geworden sein. Ein Team des französischen Fernseh-Kanals «France 3» soll während der vergangenen Tour «verdächtige Dinge» rund um das Team- Fahrzeug der Amerikaner festgestellt haben.

Armstrong, der 1997 an Hodenkrebs erkrankt war und nach der Genesung 1999 und 2000 die Tour vor Alex Zülle (Schweiz) und Jan Ullrich (Merdingen) gewann, war schon einmal bei der vorletzten Tour unter Doping-Verdacht geraten. Bei dem Texaner waren Spuren von Cortecoiden gefunden worden. Dieser Wirkstoff ist anmeldungspflichtig und darf bei ärztlich bestätigter Indikation im Rennen verwendet werden. Armstrong hatte die Gabe - er hatte nach eigenem Bekunden cortecoidhaltige Sitzcreme benutzt - vorher nicht angezeigt.

Der zweifache Tour-Sieger, der auch im laufenden Festina-Prozess von Lille von einem ehemaligen Trainer des französischen Teams allerdings unter fadenscheinigen Schuldzuweisungen verdächtigt wurde, hat immer vehement bestritten, Doping-Mittel zu benutzen. Er bestritt dies unter besonderem Hinweis auf seine Krankengeschichte.

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