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20.05.2004 - Cesena (dpa) - Am Himmelfahrts-Tag wurde der 87. Giro d`Italia zur Erinnerungs-Tour für Marco Pantani. Die vom Italiener Emanuele Sella im Alleingang gewonnene 11. Etappe endete nach 228 km in Cesena, der Heimat des am 14. Februar verstorbenen italienischen Sport-Idols.
Viele Beschriftungen auf der Straße und Transparente («Für immer Pantani») erinnerten an den Bergspezialisten, der an einer Überdosis Kokain gestorben war. Seine verbitterte Mutter Tonina hatte den Giro-Organisatoren vor dieser Etappe schwere Vorwürfe gemacht. Nicht die vier Drogendealer, die inzwischen verhaftet wurden, seien am Tod ihres Sohnes schuld, sondern die Funktionäre, die den Giro- und Toursieger von 1998 im Folgejahr in Madonna di Campiglio wegen Doping-Verdachts im Rosa Trikot disqualifiziert hatten.
Carmine Castellano, der Chef der Italien-Rundfahrt, hatte besonnen reagiert und die Pantani-Familie zur 11. Etappe herzlich eingeladen. Der schwere Berg-Abschnitt am vorletzten Giro-Tag auf den Dolomiten-Gipfel Mortirolo wird ausdrücklich Pantani gewidmet sein, der unweit von Cesena in Cesenatico geboren wurde und aufwuchs.
Zwei Tage vor dem schweren Einzelzeitfahren über 52 km in Trieste konnte der 22-jährige Damiano Cunego, der neue Star der italienischen Radsport-Szene, sein Rosa Trikot auf schwierigem Kurs noch ein Mal verteidigen. Er führt weiter mit zehn Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkapitän und erklärten Favoriten Gilberto Simoni. Cunego verlor auf Tagessieger Sella 49 Sekunden. Fabian Wegmann aus Münster war in Ausreißergruppen wieder sehr aktiv und holte sich die Führung in der Bergwertung zurück. Bisher hatte der Gerolsteiner-Profi das Grüne Trikot nur in Vertretung Cunegos getragen.
Der inzwischen fünffache Etappengewinner Alessandro Petacchi hatte im Ziel der 11. Etappe mit der Entscheidung nichts zu tun. Der 30-jährige Italiener nähert sich dennoch dem von drei Fahrern gehaltenen Rekord von sieben Etappensiegen in einem Giro. Petacchi hatte seinen fünften Tagessieg gefeiert. Im Ziel der 10. Etappe nach 146 km in Ascoli Piceno spielte er in einem superschnellen Finale bei einer Spitzengeschwindigkeit von 67,1 km/h einmal mehr seine Sprint-Qualitäten aus. Olaf Pollack aus Cottbus, bisher bereits vier Mal Zweiter, wurde Achter.
Die Belgier Roger de Vlaeminck (1975) und Freddy Maertens (1977) und Giuseppe Saronni (Italien/1980) halten den Nachkriegs-Rekord an Etappensiegen. Der Fassa Bortolo-Star Petacchi gewann im vorigen Jahr sechs Mal und hat sein Giro-Erfolgskonto jetzt auf insgesamt elf Tagessiege geschraubt. Der flache Kurs der nächsten Etappe ist ihm wieder auf den Leib geschneidert.
Vor dem Start zur 10. Etappe waren Fahrer aus acht Mannschaften, darunter auch Petacchi und Weltmeister Igor Astarloa (Spanien), zum Bluttest gebeten worden. Alle Untersuchungen blieben ohne Befund, genau wie die Kontrolle am vorangegangenen Ruhetag bei Vorjahressieger Simoni.
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