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"Man braucht keine Freunde, um ein Rennen zu gewinnen"
(Riccardo Ricco, zweifacher Tour-Etappensieger)
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23.05.2004 - Pfarrkirchen/Berlin (dpa) - Vor der St. Nicolaus-Kathedrale in Prag war Erik Zabel zum erfolgreichsten Radprofi der vergangenen 25 Jahre aufgestiegen.
Mit seinem Etappensieg am Schlusstag der 57. Friedensfahrt hatte der 33-jährige T-Mobile-Profi aus Unna seine Erfolgsbilanz auf 188 Siege geschraubt und damit Ex-Weltmeister Mario Cipollini (Italien) überholt. Bei der Bayern-Rundfahrt setzte Zabel seinen Höhenflug fort und steigerte seine Bilanz auf 190 Karriere-Siege.
Gerade weil ihn auch das in der öffentlichen Wahrnehmung nicht aus dem Schatten Jan Ullrichs führen wird, hat sich der gebürtige Berliner alle Lobeshymnen verdient. Für seinen Team-Manager Walter Godefroot ist er nach dem Rücktritt des Belgiers Johan Museeuw «die Nummer eins in der Welt», auch wenn er sein Abonnement auf die Weltranglisten-Führung im Moment verloren hat. «Seine Erfahrung ist unbezahlbar. Sein Einsatz, seine Moral, sein Biss sind ungebrochen und die Physis macht auch noch mit», schwärmte Teamchef Mario Kummer, der Zabel dieses Niveau noch «zwei, drei Jahre» zutraut.
Kummer rechnet auch bei der Tour de France, bei der Zabel im Vorjahr leer ausgegangen war, wieder mit Etappensiegen seines Schützlings. Auf 12 hat er es in Frankreich bisher gebracht, dazu fuhr er sechs Mal im Grünen Trikot des Punktbesten in Paris über die Ziellinie und gewann acht Weltcup-Rennen. Nur der WM-Titel und eine Olympia-Medaille fehlen ihm in seiner imposanten Sammlung noch.
Tour, Olympia und WM lauten seine diesjährigen Saisonziele, nachdem er am 20. März einen seiner bittersten Tage erlebt hatte. Der mögliche fünfte Erfolg bei seinem Lieblingsrennen Mailand-San-Remo schien den Familienvater mit Zweitwohnsitz in Mallorca überwältigt zu haben. Im Gefühl des sicheren Sieges jubelte er auf der Via Roma zu früh und machte die Rechnung ohne Oscar Freire (Spanien). «Diese Niederlage steckte mir länger in den Knochen, als ich gedacht hätte», gab der ehrgeizige Zabel später zu.
Seine Antwort darauf: Noch mehr Training. «Nach der Klassiker-Serie habe ich nicht auf dem Sofa gelegen. Ich habe viel gearbeitet. Es hat sich gelohnt», sagte Zabel nach seinem zweiten diesjährigen und insgesamt 15. Etappenerfolg bei der Bayern-Rundfahrt. Die Tour durch Süddeutschland soll nur eine Zwischenstation sein. Ab Pfingstmontag nimmt der deutsche Meister die Deutschland-Tour ins Visier.
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