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27.05.2004 - Erfurt (dpa) - Für Jan Ullrich beginnt in Erfurt die Woche der Wahrheit. Die ersten 184 Kilometer nach fünfwöchiger Trainings-Klausur sollen den Olympiasieger bei «Rund um die Hainleite» unter Wettkampf-Bedingungen wieder Tritt fassen lassen.
Am Pfingstmontag geht es bei der stark besetzten Deutschland-Tour zwischen Karlsruhe und Leipzig über insgesamt 1254 Kilometer dann richtig zur Sache. Schon das Zeitfahren zum Auftakt über 23,7 km wird Aufschluss darüber geben, wo der T-Mobile-Kapitän knapp fünf Wochen vor Beginn der Tour de France wirklich steht.
Richtwerte nannte Teamsprecher und Ex-Profi Olaf Ludwig: «Wenn Jan beim Zeitfahren auf den Sieger zwei Minuten verlieren würde, wäre das im Hinblick auf die Tour de France ein schlechtes Zeichen.» Ullrich («Wunderdinge sind nach der langen Wettkampfpause nicht zu erwarten») blickt auf effektive Trainings-Wochen zurück inm denen er im Hinblick auf die Tour Boden gut machte: «Ich habe hart gearbeitet. Wir haben einige Tour-Passagen in Begleitung von Winokurow, Kessler, Evans und Steinhauser abgefahren. Die Zeitfahr-Strecke nach L`Alpe d`Huez sind wir mehrmals hoch.»
Bei der 6. Deutschland-Tour nach der Wiederbelebung der Rundfahrt 1999 hat er es nicht nur im eigenen Team mit besonders ambitionierten Fahrern zu tun. Sein Team-Kollege Andreas Klöden (Merdingen), Jens Voigt (Berlin), Jörg Jaksche (Ansbach), Denis Menschow (Russland), Paolo Bettini (Italien) und der im Vorjahr beim Zeitfahren so schwer gestürzte Igor Gonzalez (Spanien) sind heiße Kandidaten auf den Gesamtsieg. Den peilt der «Sportler des Jahres» natürlich nicht an.
«Wettkampf und Training sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Er will gut fahren und ist im Moment besser drauf als vor drei Wochen. Rund eine Minute Verlust beim Zeitfahren auf den Sieger wäre eine positive Überraschung», sagte sein Betreuer Rudy Pevenage, der in der härtesten Trainings-Woche über 1000 Kilometer auf Ullrichs Computer zählte. Pevenage: «Armstrong ist zehn Mal hoch nach L`Alpe d`Huez. Wir weniger - aber das reicht.»
Die bei der Tour de France als große Widersacher Gehandelten, die Pfingstmontag in Karlsruhe nicht am Start sind, haben sich in dieser Saison schon gegen harte Konkurrenz durchgesetzt.
Für Ullrich wird die Tour de Suisse ab 12. Juni die Generalprobe für den Saisonhöhepunkt im Juli sein.
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