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03.06.2004 - Landshut (dpa) - Überraschung in Landshut: Der Franzose Sebastian Hinault, nicht verwandt mit dem fünffachen Toursieger Bernard Hinault, hat die 4. Etappe der Deutschland-Tour im Massensprint gewonnen.
Der Fahrer des Teams Crédit Agricole düpierte bei seinem unerwarteten Erfolg nach 181,4 km die gesamte Sprinter-Elite der Rundfahrt: Der Belgier Tom Boonen, Sieger der 2. Etappe in Wangen, wurde Dritter, Danilo Hondo (Cottbus) vom Team Gerolsteiner Vierter, und Erik Zabel kam nicht ein Mal unter die ersten Neun. Der Weltranglisten-Spitzenreiter aus Unna, in den vergangenen Jahren mit insgesamt 12 Tageserfolgen bei der Deutschland-Tour auf Siege abonniert, war im Finale eingeklemmt und damit chancenlos.
Boonens auf der «Königsetappe» in St. Anton erfolgreicher Team-Kollege Patrik Sinkewitz (Fulda) verteidigte auf dem Tagesabschnitt von Bad Tölz nach Landshut sein Gelbes Trikot ohne Mühe. Er hält weiter alle Trümpfe in der Hand, die Gesamtwertung der Tour in Leipzig für sich zu entscheiden. «Ich habe mein Ziel für heute erreicht. Trotz des schlechten Wetters hat alles geklappt. Wieder hat sich mein Kapitän Paolo Bettini für mich aufgeopfert», sagte Sinkewitz im Ziel.
Jan Ullrich beschränkte sich auf dem Weg nach Landshut auf die Verteidigung seines dritten Platzes im Gesamtklassement mit weiter 18 Sekunden Rückstand auf Sinkewitz. Wenn sein Formaufbau im Hinblick auf die Tour de France eine Kräfte zehrende Attacke zulässt, bietet sich für ihn die vorletzte Etappe nach Oberwiesenthal an. Der Schlussanstieg über sieben Kilometer auf das Fichtelberg-Plateau hat es in sich. Allerdings hatte sich Sinkewitz in St. Anton als im Moment stärkster Kletterer der Deutschland-Tour herauskristallisiert.
Ullrichs T-Mobile-Team ist bisher der große Verlierer der Rundfahrt durchs eigene Land, die Manager Walter Godefroot zur Chefsache gemacht hatte. Bei der «für uns wichtigsten Rundfahrt nach der Tour de France» fährt das Team des Belgiers bislang hinterher. Der große nationale Widersacher Gerolsteiner, in diesem Frühjahr stärker als der Branchenführer T-Mobile, hatte immerhin schon Michael Rich als Premieren-Sieger in Karlsruhe zu bieten. Der Emmendinger, der noch (wahrscheinlich vergeblich) auf die Olympia-Nominierung hofft, trug auf der 2. Etappe das Gelbe Trikot.
Die Fahrt durch größtenteils strömenden Regen wurde am vierten Tag lange Zeit von einer sechsköpfigen Ausreißer-Gruppe geprägt, in der auch der Gerolsteiner-Profi Sebastian Lang (Erfurt) fuhr. Aber die Formation, zuletzt auf ein Duo geschrumpft, wurde fünf Kilometer vor dem Ziel gestellt, so dass sich die Sprinter formieren konnten. T-Mobile und Quick-Step hatten an der Spitze des Feldes am meisten für den Zusammenschluss getan. Sogar Ullrich fuhr bis 1500 Meter vor dem Ziel im Wind. Auf der fünften Etappe bietet sich den arrivierten Sprintern auf dem Weg von Kelheim nach Kulmbach über 192,2 km eine weitere Gelegenheit für einen Massensprint.
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