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"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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25.07.2004 - Paris (dpa) - Der Kannibale - das war Eddy Merckx. Lance Armstrong hat den als «besten Radsportler aller Zeiten» apostrophierten Belgier überholt - zumindest, was die Tour de France betrifft.
Als erster Profi in 101 Jahren Tour de France gewann der 32-jährige Texaner das schwerste Radrennen der Welt sechs Mal, noch dazu ohne Unterbrechung. Er ließ die Fünffach-Sieger Jacques Anquetil, Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain mühelos hinter sich. «Sehr speziell, ein historischer Sieg», sagte Armstrong nach seinem sechsten Etappen-Erfolg beim Zeitfahren in Besancon, in dem er der gesamten Konkurrenz - einschließlich Zeitfahr-Doppel-Weltmeister Jan Ullrich - noch ein Mal aufzeigte, wie die Uhren ticken.
Armstrongs Fahrt in die Sport-Geschichte begann 1999, als er als geheilter Krebspatient zum ersten Mal die Tour de France gewann. Danach verblüffte er die Sportwelt immer wieder, und machte sich angreifbar. Mehrmals wurde der Texaner mit Doping in Verbindung gebracht, vielleicht auch, um das «Wunder» erklärbarer zu machen. Zur Zeit befindet er sich mit zwei Buch-Autoren im Rechtstreit, die ihm Doping vorwerfen. «Harte Arbeit, Talent, Gesundheit und Glück», nannte Armstrong, der in Dallas ohne Vater aufwuchs, sein Erfolgs- Rezept. Seit Jahren arbeitet er mit dem italienischen Mediziner und Trainings-Methodiker Michele Ferrari zusammen, der gerade in einem Doping-Prozess freigesprochen wurde.
Armstrong gilt als verbissener Perfektionist, der nichts dem Zufall überlässt und von der Tour geradezu besessen ist. Im Winter telefoniere er jeden Tag mit seinem Teamchef Johan Bruyneel, um Trainingsumfänge und Intensitäten zu besprechen. Der Ex-Profi aus Belgien, der als Spiritus Rector großen Anteil am sagenhaften Armstrong-Erfolg hat, berichtete von einem Trainingstag im Frühjahr in den Pyrenäen: «Es regnete in Strömen. Ich wollte, dass er ins Auto steigt. Wir machten einen Deal: Bei fünf Grad steigst du ein. Das Thermometer zeigte sieben Grad und er fuhr fünf Stunden.»
Im Vorjahr hatte der Amerikaner, der sich gegen den Krieg im Irak ausgesprochen hatte, ansonsten aber gut Freund mit seinem Präsidenten George W. Bush ist, erste Anzeichen von Nachlässigkeit erkennen lassen. Stürze, Abstimmungs-Schwierigkeiten im Team, private Probleme - er stand vor der Scheidung und der Trennung von seinen drei Kindern - hatten ihn aus dem Rhythmus gebracht. Folge: Jan Ullrich kam ihm in der Endabrechnung mit 61 Sekunden so nah wie nie. «Das war mir eine Lehre», so Armstrong - und kam in diesem Jahr stärker denn je zurück.
Seit Dezember ist er mit der amerikanischen Rocksängerin Sheryl Crow liiert, die ihn die gesamte Tour begleitet hat und selbst das Radfahren entdeckte. Für die 15,5 km lange, steile Wand von L`Alpe d`Huez hätte sie angeblich rund eine Stunde länger gebraucht als ihr Lebenspartner bei seinem Etappensieg. Nicht nur mit seinem Hattrick in den Alpen hielt Armstrong die Konkurrenz in Schach. Vom Prolog an (zweiter Platz) dominierte er auf jedem Terrain, im Zeitfahren, in den Pyrenäen, in den Alpen, bei Regen und bei großer Hitze. Er fuhr ohne Kompromiss («Geschenke gibt es nicht») und setzte sich - ähnlich wie Eddy Merckx - dem Ruf des Nimmersatts aus.
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