Profi-Radsport

"Mit Petra Roßner hätten wir Gold machen können"

Judith Arndt kritisiert BDR

15.08.2004 - Athen (dpa) - Mit «Stinkefinger» zu Olympia-Silber: Nach ihrem größten sportlichen Erfolg entlud sich der ganze Frust von Judith Arndt in einer provokanten Geste.

Obwohl es die 28-Jährige unter der Akropolis besser machte als Jan Ullrich und im Straßenrennen die erste Medaille für die deutschen Radfahrer in Athen gewann, wollte sich bei der Leipzigerin keine Freude einstellen. «Silber ist besser als gar nichts. Aber wenn Petra Roßner nominiert worden wäre, hätten wir heute Gold machen können. Sie wäre unsere Trumpfkarte gewesen, weil sie die Schnellste ist», übte Arndt erneut heftige Kritik am Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Im Finish des 118,8 km langen Rennens hatte sich Arndt der spurtstärkeren Sara Carrigan aus Australien praktisch kampflos ergeben.

Der Erfolg von Arndt geriet fast zur Nebensache, als die Olympia-Zweite nach dem Rennen zum verbalen Rundumschlag ausholte. «Der Verband hat falsch entschieden», wetterte sie zum wiederholten Male über die Nichtberücksichtigung ihrer Lebensgefährtin Roßner. Die deutsche Meisterin war nur als Touristin nach Athen gekommen. BDR-Chefin Sylvia Schenk konnte die Attacke nicht nachvollziehen: «Der Rennverlauf hat gezeigt, dass es kein Kurs für Sprinterinnen war. Daher verstehe ich die Kritik nicht.» Der Verband hatte die Cottbuserin Angela Brodtka, die das Rennen aufgab, anstelle von Roßner nominiert.