Profi-Radsport

Olympia

Patchwork-Vierer scheitert in kleine Finale

24.08.2004 - Athen (dpa) - Ein Robert Bartko war in Athen zu wenig. Der zusammengeflickte deutsche Bahn-Vierer verpasste Bronze, so sehr sich der Doppel-Olympiasieger von Sydney im «kleinen Finale» gegen Spanien auch dagegen stemmte.

«Die Jungen brauchen noch Zeit», sagte der 28- jährige Potsdamer, der in Peking endlich wieder an Traditionen in der Königs-Disziplin des Bahn-Radsport anknüpfen will und dafür ein Langzeit-Programm anmahnt: «Wir haben uns zu lange auf den Lorbeeren von Sydney ausgeruht. Jetzt geben Australier und Briten den Ton an. Von ihnen müssen wir lernen und langfristig einen Vierer aus mindestens acht Kandidaten aufbauen.» Der deutsche Bahn-Vierer war nach dem Krieg fünf Mal mit Olympia-Gold dekoriert worden.

Die Nominierungs-Querelen um den Erfurter Daniel Becke und den Leipziger Jens Lehmann, die durch ihren WM-Boykott von Stuttgart 2003 für den peinlichen Rückzug des Vierers gesorgt hatten, kostete vielleicht eine Medaille. Aber Bartko und Co. wollen nur noch in die Zukunft blicken und da ist sogar der «Rebell» Becke, Straßen-Profi im spanischen Team Illes Baleares und bereits zweifacher Tour-Teilnehmer, wieder ein Thema. «Er hat in Stuttgart einen Fehler begangen. Aber wenn er die Kriterien erfüllt, ist er wieder dabei», sagte Bartko.

Becke stand zwar im BDR-Kader für Athen, wurde aber vom NOK gestrichen - wie zu hören war, unter keinen wahrnehmbaren Protesten des Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Lehmann, wie Becke Mitglied des Gold-Vierers von Sydney, spielt auch aus Altersgründen keine Rolle mehr in der Zukunfts-Planung, genauso wie wohl auch der 34-jährige Berliner Guido Fulst: «Vielleicht mache ich noch bis Peking weiter, vielleicht in anderer Funktion».

Der Neuanfang mit den in Athen eingesetzten Christian Lademann (Berlin) und Leif Lampater (Schwaikheim) sowie Robert Bengsch (Frankfurt/Oder) hat begonnen und je nach Betrachtungsweise auch schon Erfolg gezeitigt: Nach Rang sieben bei der vergangenen WM im Mai in Melbourne brachte Athen immerhin eine deutliche Aufwärts- Entwicklung. «Darauf müssen wir aufbauen. Ich will an der Neugestaltung des Vierers mitwirken», sagte Bartko, für den demnächst Vertrags-Verhandlungen beim niederländischen Rabobank-Team anstehen.

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