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Guido Fulst holt Bronze im Punktefahren

24.08.2004 - Athen (dpa) - Das Athener Velodrom bleibt für die deutschen Bahnradfahrer eine Medaillengrube: Guido Fulst raste im Punktefahren überraschend zu Bronze, für René Wolff war sein dritter Rang im Sprintwettbewerb so wertvoll wie Gold.

Der Erfurter Wolff holte sich drei Tage nach dem Olympiasieg im Team-Sprint als Dritter schon zum zweiten Mal Edelmetall. «Der Einzelwettbewerb ist meine Hauptdisziplin, dadurch ist Bronze für mich genauso wichtig wie Gold mit der Mannschaft», sagte der 26-Jährige. Insgesamt schraubte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Erfolgsbilanz vor dem letzten Tag der Bahnwettbewerbe auf vier Mal Edelmetall.

Der Berliner Fulst war über seinen ersten Gewinn einer olympischen Einzel-Medaillen selbst überrascht. Der 34-jährige Olympia-Oldie, in Barcelona und Sydney Goldmedaillengewinner im Vierer, unterlag nur Olympiasieger Michail Ignatziew aus Russland und dem Goldmedaillengewinner von Sydney 2000, Joan Llaneras aus Spanien. Nach 40 km mit 16 Wertungssprints kam Fulst, der zwei Rundengewinne erzielte, auf 79 Punkte, womit ihm nur drei Zähler zum Silberplatz fehlten. Ignatziew siegte mit 93 Punkten.

«Dafür, dass ich vier, fünf Jahre international keine Punkterennen gefahren bin, lief es optimal», sagte Fulst. Der Radsportler beeindruckte auch den als Tribünengast anwesenden Bundesinnenminister Otto Schily: «Es war sehr spannend. Unser Mann ist ein taktisch kluges Rennen gefahren. Ich habe mir erlaubt, ihn mit dem Vornamen anzufeuern», sagte Schily.

Wolff machte es genauso gut wie der Berliner. Der Student der Literaturwissenschaft und Philosopohie, konnte seine olympische Erfolgsgeschichte fortsetzen. Im «Kleinen Finale» schlug Wolff den Silbermedaillen-Gewinner von Sydney, Laurent Gane aus Frankreich, in zwei Läufen. Zuvor war er im Halbfinale zwei Mal deutlich an Theo Bos gescheitert. «Ich habe mich da angestellt wie der erste Mensch», sagte Wolff. Der Weltmeister aus den Niederlanden konnte sich im Finale nicht durchsetzen. Gold holte der Australier Ryan Bailey. Im Keirin-Wettbewerb hat Wolff am letzten Tag der Bahn-Wettbewerbe eine weitere Chance auf eine Medaille.

Nach der WM vor drei Monaten in Melbourne hatte Wolffs Olympia-Teilnahme noch in den Sternen gestanden. Beim Training war der für einen Sprinter eher schmächtige Thüringer gestürzt, weil ein Offizieller unachtsam die Bahn passiert hatte. Bei dem Zusammenstoß verletzte sich Wolff am Knie, musste bei den WM-Rennen passen und um Athen zittern. Die Innenband-Verletzung heilte aber schneller als erwartet und der zweimalige WM-Dritte fand rechtzeitig zu alter Stärke, die er zusammen mit Stefan Nimke und Jens Fiedler schon im Team-Sprint belegt hatte.

BDR-Präsidentin Sylvia Schenk zog schon jetzt ein positives Fazit: «Dass wir das Traum-Ergebnis von neun Medaillen in allen Radsport- Wettbewerben von Sydney nicht erreichen würden, war klar. Bis auf leichte Enttäuschungen der Zeitfahrer auf der Straße sind wir hoch zufrieden. Diese Bilanz hatte uns nach der vergangenen Bahn-WM doch niemand zugetraut. Ich hatte bei den Bahn-Wettbewerben insgesamt mit drei Medaillen gerechnet, nun können es durch Jens Fiedler im Keirin morgen insgesamt leicht sogar noch fünf werden.»

Gold im Frauen-Sprint holte sich die Kanadierin Lori-Anne Muenzer vor Tamilla Abassowa (Russland) und Vize-Weltmeisterin Anna Meares aus Australien. Katrin Meinke aus Cottbus wurde sechste.

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