Profi-Radsport

Auch Klier steigt aus

Verflixt! Freire wieder schneller als Zabel

09.09.2004 - Castellon (dpa) - Erik Zabel (Unna) wird langsam zum ewigen Zweiten. Der gebürtige Berliner, der in dieser Saison dem großen Erfolg weiter hinterherfährt, musste bei der Spanien-Rundfahrt zum dritten Mal mit dem undankbaren zweiten Rang zufrieden sein.

Der Weltranglisten-Zweite musste sich im Ziel der 6. Etappe über 157 Km von Benicarlo und Castellon dem zweifachen Weltmeister Oscar Freire beugen. An den Spanier hat der nimmermüde Zabel nicht die besten Erinnerungen: Freire hatte dem T-Mobile-Sprinter im ersten Weltcup- Rennen der Saison in San Remo die bitterste Niederlage seiner Laufbahn zugefügt. Im Gefühl des sicheren Sieges hatte er zu früh gejubelt und Freire konnte sein Rad noch Sekundenbruchteile früher über die Ziellinie drücken. Nun war der Zieleinlauf fast ebenso knapp wie im März.

Im Gesamtklassement der Vuelta änderte sich nichts: Der Spanier Manuel Beltran führt weiter zeitgleich vor seinem Team-Kollegen Floyd Landis (USA). Beide sind Edelhelfer des sechsfachen Tour de France- Gewinners Lance Armstrong, der in Spanien nicht am Start ist.

Das T-Mobile-Team musste durch den in Belgien lebenden Münchner Andreas Klier einen weiteren Ausfall hinnehmen. Nach einer mutmaßlichen Lebensmittelvergiftung im Fahrerhotel waren bereits Steffen Wesemann, der im nächsten Jahr bei Phonak fahrende Santiago Botero und Torsten Hiekmann völlig entkräftet ausgestiegen.

Sie litten unter Durchfall und an Erbrechen. «Cadel Evans und Erik Zabel sind die einzigen bei uns, die nicht beeinträchtigt waren», sagte T-Mobile-Teamchef Mario Kummer, der die genaue Ursache der gesundheitlichen Schwierigkeiten nicht nennen konnte: «Ich weiß nicht, woran es genau lag.»

Alexander Winokurow hatte sich mit Beschwerden ins Ziel der 5. Etappe geschleppt und 17 Minuten verloren. Bei der aktuellen Etappe fühlte er sich etwas wohler, konnte aber zeitweise Verluste an der letzten von insgesamt drei Tages-Steigungen 25 km vor dem Ziel nicht verhindern.

Ohnehin hat der Kasache seine Ambitionen auf die Gesamtwertung begraben und hofft auf eine starke letzte Vuelta-Woche mit möglichen Etappensiegen, wenn er sich auskuriert haben wird. Danach will der Olympia-Zweite von Sydney noch eine starke WM in Italien fahren.