Zitat der Woche:
"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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10.10.2004 - Tours (dpa) - Wenige Meter Vorsprung hat der Niederländer Erik Dekker beim vorletzten Weltcuprennen der Straßenradsportler zwischen Paris und Tours nach 220 Kilometer langer Flucht ins Ziel gerettet.
Der 34-jährige Landesmeister aus dem Rabobank-Team kam auf dem 252,5 km langen Klassiker mit letzter Kraft vor dem heranstürmenden Feld ins Ziel, in dem der Cottbuser Danilo Hondo und Weltmeister Oscar Freire (Spanien) die Plätze zwei und drei belegten. Olympiasieger Paolo Bettini (Italien) übernahm mit Platz 6 vor dem letzten Weltcup die Führung in der Gesamtwertung vor seinem Landsmann Davide Rebellin vom Team Gerolsteiner, der 13. wurde.
Bei 25 Kilometern hatte sich eine fünfköpfige Gruppe abgesetzt, die zeitweise bis zu sechs Minuten Vorsprung herausgefahren hatte. Nach drei Massenstürzen wurden in den Straßen von Tours aber die letzten Ausreißer eingefangen, lediglich Dekker wehrte sich zusammen mit dem aufgeschlossenen Matthias Kessler (Nürnberg) nach Kräften. Während den T-Mobile-Fahrer nach großem Kampf auf der Zielgeraden die Kräfte verließen, rettete sich der Niederländer mit den letzten Tritten über die Linie. Kessler kam am Ende auf Rang sieben.
Dekker verhinderte mit seiner 225 km langen Fahrt den auf der flachen Strecke erwarteten Erfolg der Sprinter. «Nach zwei verlorenen Jahren, in denen ich mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war es mein Traum, wieder ein großes Rennen zu gewinnen», freute sich Dekker. Bei der WM in Verona hatte er in der letzten Runde den Anschluss verpasst.
Von den Sprintern fehlten in dem von drei Massenstürzen dezimierten Feld neben T-Mobile-Star Erik Zabel (Unna), der nach einem häuslichen Sturz von der Leiter einen Spezialschuh trägt und die Saison beenden musste, auch Alessandro Petacchi (Italien) und Tom Boonen (Belgien) wegen Magenbeschwerden.
Die Gesamtwertung im Weltcup, der in der nächsten Saison von einer ProTour-Wertung abgelöst wird, bleibt spannend bis zum letzten Wettbewerb bei der Lombardei-Rundfahrt. Olympiasieger Bettini sammelte mit seinem sechsten Platz genügend Punkte, um den sechs Zähler vor ihm liegenden Rebellin zu überflügeln.
«Ich bin zufrieden mit dem sechsten Rang. Im Sprint war ich zu, als ich versucht habe, Freires Hinterrad zu nehmen», sagte Bettini, der schon zwei Mal Weltcup-Gewinner war. «Aber das Wichtigste ist, dass ich Spitzenreiter bin. Der Punkteabstand ist nicht groß, aber jetzt muss Rebellin attackieren, wenn er den Weltcup gewinnen will. Ich brauche nur an ihm dran zu bleiben», fügte er hinzu. Bettini war bei der WM in Verona mit der Autotür seines eigenen Mechanikerwagens von Quick Step kollidiert, hatte aber nur Prellungen davongetragen.
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