Profi-Radsport

Schlappe für UCI

Phonak erhält doch ProTour-Lizenz

01.02.2005 - (sid) - Der Schweizer Phonak-Radrennstall erhält nach einem Urteil des Obersten Sportgerichtshofes (CAS) in Lausanne für die Jahre 2005 und 2006 doch die ProTour-Lizenz. Mit diesem Urteil überstimmte der CAS überraschend den Radsport-Weltverband UCI, der Phonak wegen "mangelnder Konsequenz im Antidopingkampf" Ende November die Aufnahme in den Kreis der Eliteteams verweigert hatte. Die Zahl der ProTour-Mannschaften erhöht sich damit auf 20. Die ProTour-Lizenz berechtigt automatisch zur Teilnahme an allen großen Rennen, auch den Rundfahrten Tour de France, Giro und Vuelta.

Die Sportrichter erkannten das UCI-Argument nicht an, weil die Fälle der des Blutdopings überführten Phonak-Fahrer Tyler Hamilton (USA) und Santiago Perez (Spanien) rechtlich nicht abgeschlossen seien. Beide haben vor dem CAS Einspruch gegen ihre Sperren eingelegt. Aus diesen laufenden Verfahren hätten Phonak keine Nachteile entstehen dürfen. Der Rennstall hat sich inzwischen von Zeitfahr-Olympiasieger Hamilton getrennt.

Als einzige Einschränkung erkannte der CAS den Schweizern die Lizenz nur für zwei statt vier Jahre zu. Die UCI darf außerdem die Erteilung überprüfen, sobald sich neue Gesichtspunkte ergeben.

Phonak war bereits Mitte 2004 in die Negativ-Schlagzeilen geraten, als Ex-Weltmeister Oscar Camenzind (Schweiz) des Dopings überführt wurde und seine Karriere beendete. Hamilton war schon bei Olympia in Athen unter Dopingverdacht geraten, konnte aber erst bei der Vuelta im September überführt werden.