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"Ich empfinde Ekel vor mir selbst."
(Der wegen Dopings zu einer zweijährigen Sperre verurteilte Italiener Leonardo Piepoli)
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03.04.2005 - (sid/ra) - Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer hat eine lückenlose und vor allem schonungslose Aufklärung der Dopingaffäre um Sprinter Danilo Hondo angekündigt. Der Radrennstall aus der Eifel hat seinen unter Dopingverdacht stehenden und sofort suspendierten Starsprinter unter Zugzwang gesetzt. "Ich habe ihm gesagt: Lückenlose Aufklärung oder Abgang. Eine andere Alternative gibt es nicht", machte der 51-jährige Holczer am Vorabend der Flandern-Rundfahrt im sid-Gespräch unmissverständlich klar: "Wir wollen genau wissen, wie die verbotene Substanz in seinen Körper gekommen ist. Der Vorwurf der Manipulation muss zu hundert Prozent ausgeräumt werden, sonst ist Danilos Karriere zu Ende."
Der Schwabe, der das Team seit 1999 aus bescheidenen Anfängen in die erste Liga führte "und es sieben Jahre lang sauber gehalten hat", will sein Ansehen nicht faulen Kompromissen opfern: "Danilo ist verzweifelt, aber es geht hier nicht um Gefühle. Er ist in der Bringschuld. Ich will von ihm klare Fakten haben, keine Märchen und bitte keine Mythen über den dritten Mann. Das habe ich oft genug bei anderen verurteilt, und ich ändere meine Haltung nicht, weil es jetzt unsere Mannschaft getroffen hat."
Holczer mag nicht spekulieren, ob Hondo sich selbst entlasten kann: "Wir sind nicht an der Börse." Aber Skepsis ist spürbar, denn nach Rücksprache mit dem Betreuerstab scheint festzustehen, dass der Wahl-Schweizer kein Medikament wegen einer Verletzung oder Erkrankung erhielt. Somit sind Gerüchte über Ephedrin in Hustentropfen für Holczer "völlig an der Realität vorbei" aus der Luft gegriffen: "Wir reden hier schließlich über Aufputsch-Präparate, deshalb glaube ich nicht an Nahrungsergänzungs-Mittel und mag auch nichts von präparierter Schokolade hören."
Genaue Dopingsubstanz noch unklar
Über die genaue Substanz, die in den zwei A-Proben gefunden wurde, will der Teamchef vorerst allerdings noch keine Angabe machen, "weil sich selbst unsere Mediziner noch nicht genau klar darüber sind". Mannschaftsarzt Dr. Jakobs ("Auch er ist kein Experte auf diesem Gebiet") wolle sich deshalb umgehend mit Biochemikern und Pharmazeuten in Verbindung setzen.
Hoffnungen auf Entwarnung durch die B-Proben hält Holczer für weltfremd: "Ich habe meinen gesunden Menschenverstand noch bewahrt, und der sagt mir, dass sie auch positiv sein werden. Im besten Fall ermöglichen sie uns nähere Aufschlüsse über die Herkunft der Substanz, falls zusätzliche Analysen vorgenommen werden können."
Sollte dies erfolglos bleiben, wäre eine Zwei-Jahres-Sperre kaum zu umgehen. Holczer: "Danach würde Danilo für weitere zwei Jahre von keinem ProTour-Team unter Vertrag genommen." Diese Ethikregel haben alle 20 Erstliga-Rennställe unterschrieben. Der Teamchef: "Danilo ist jetzt 31, das wäre das Aus für ihn nicht nur bei uns, das muss er wissen."
Der Mineralwasser-Sponsor aus der Eifel fährt ohne Wenn und Aber die harte Linie, und das, obwohl es um den Mann geht, der als Einziger den Konkurrenten T-Mobile aus den deutschen Schlagzeilen fahren kann. Das ficht Holczer nicht an: "Wir sind nicht das Team Hondo, sondern das Team Gerolsteiner, und das hat mit Davide Rebellin, Georg Totschnig oder Levi Leipheimer noch immer Spitzenfahrer. Danilos Abgang wäre bitter, aber nicht das Ende."
Holczer kündigt "harte Welle" an
Beim Sprung ins Profigeschäft hatte sich Holczer vom Schuldienst freistellen lassen, an eine Rückkehr denkt er nicht: "Natürlich sind die letzten Tage nicht spurlos an mir vorübergegangen. Aber ich kann noch immer ruhig schlafen, weil ich meine Prinzipien nicht aufgeben werde: Gerolsteiner steht für einen Sport, der sauber, offen und fair betrieben wird. Wer dagegen verstößt, hat bei uns keinen Platz."
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