Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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24.05.2005 - Lissone (dpa) - Von seinen Team-Kollegen wird er «Föthchen» genannt. Aber der Spitzname für Markus Fothen aus Kaarst täuscht. Seinen ersten Giro d`Italia bestreitet der U23-Zeitfahr-Weltmeister von 2003 aggressiv und erfolgreich.
Lammfromm ist der ausgebildete Landwirt im Schweinemast-Betrieb seines Vaters nach den Rennen. Die Stars staunen: Auf den schwersten Dolomiten-Etappen wich der Profi aus dem Gerolsteiner-Team nicht von ihrer Seite. Fothen, als elfter im Gesamtklassement auf dem Sprung unter die Top-Ten, sorgt zur Zeit für ähnlich positive Schlagzeilen wie sein Team-Kollege Fabian Wegmann 2004. Im Vorjahr hatte der als erster Deutscher beim Giro das Bergtrikot geholt - diesmal schont sich Wegmann für die Tour de France.
Die Tour ist auch ein Thema für Fothen, obwohl er am zweiten Giro-Ruhetag, noch dazu leicht erkältet, nicht unbedingt an den nächsten Parforceritt denken mochte. «Es gibt Überlegungen, aber mein Saisonhöhepunkt Giro d`Italia braucht jetzt meine ganze Konzentration», sagte der 23-Jährige. Teamchef Hans-Michael Holczer muss nach der Doping-Affäre Danilo Hondo dringend Löcher im Team stopfen, denkt im Fall Fothen aber auch an den besonderen Jugendschutz: «Natürlich müssen wir vorsichtig sein. Mir schwebt da ein Einsatz wie bei Wegmann im vorigen Jahr vor, zum Lernen. Beim langen Prolog zum Tour-Start und beim Team-Zeitfahren könnte er ein wichtiger Mann für uns sein.»
Fothens Leistungs-Explosion kommt nicht von ungefähr. Im Vorjahr gewann er den schweren Grand Prix Schwarzwald, den Jan Ullrich am 4. Juni zusätzlich in sein Tour-Aufbauprogramm nahm. Im April schlug der Youngster Ullrich beim Zeitfahren der Sarthe-Rundfahrt und beendete die Mehr-Etappenfahrt als Zweiter. Danach bereitete er sich akribisch auf seine erste Drei-Wochen-Tour vor und ging vor dem Giro ins Trainingslager nach Teneriffa. Dort verkraftete er die täglichen Anstiege auf den 3750 Meter hohen Teide besser als beispielsweise der Tour-Zweite Andreas Klöden. «Zehn Tage allein trainieren war schon hart. Aber ich hatte gute Erfahrungen aus der Nationalmannschaft mit Höhentraining», meinte Fothen, dem im Juli in Frankreich eine Lehrzeit von «zehn oder elf Tagen» vorschwebt.
Die große Hoffnung des Gerolsteiner-Rennstalls zählt zur Gilde der Generation nach Ullrich und Erik Zabel. «Diese Fußstapfen sind sehr groß. Ich würde mich freuen, wenn ich zu den Nachfolgern gehören könnte. Meine Hoffnungen ruhen auf den Rundfahrten der nächsten Jahre, deshalb ist für mich die sportliche Perspektive der Zukunft erstmal wichtiger, als unbedingt aufs Geld zu schauen. Aber man hat in der freien Marktwirtschaft natürlich so seine Vorstellungen und Möglichkeiten», sagte Fothen und versendete damit ein Signal an die Chefetage, die vielleicht schon bei der Tour um eine Vertragverlängerung verhandeln wird. Der Fothen-Kontrakt endet 2005.
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