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"Vielleicht sollte man einfach mal ein Jahr ohne Spanien fahren"
(Frauen-Bundestrainer Jochen Dornbusch nachdem die Spanierin Moreno positiv getestet wurde)
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11.11.2001 - Berlin/Mailand/Stockholm (dpa) - Ein neues, lebensgefährliches Blut-Dopingmittel soll Einzug in den Profi-Radsport genommen haben. Das Erythropoetin (EPO) ähnliche Präparat «Nesp» sei bei Dopingkontrollen nicht nachweisbar, berichtete die «La Gazzetta dello Sport» unter Berufung auf Recherchen des italienischen Fernsehsenders «Canale 5».
«Nesp» sei 20 Mal stärker und wirke drei Mal länger als EPO, erklärte der Chefarzt des Mailänder «Maggiore»-Krankenhauses Giorgio Lambertenghi gegenüber dem Fernsehsender. Bei «Nesp» handele es sich um ein neues Protein, das die Vermehrung der roten Blutkörperchen im Blut anrege. Durch mehr rote Blutkörperchen wird der Sauerstofftransport zu den Muskeln und damit Ausdauerleistung des Athleten verbessert.
«Nesp» steht unmittelbar vor der Markteinführung, ist aber nach Angaben des Fernsehsenders bereits seit Monaten auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Mehrere Profis sollen bereits bei der Spanien-Rundfahrt mit «Nesp» experimentiert haben. Der italienische Sportmediziner Pierluigi Fiorella hatte bereits beim diesjährigen Giro d´Italia Ende Mai über das neue Blutdopingmittel gesprochen. Die unsachgemäße Einnahme des neuen Präparates könne schwerwiegende Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein, warnte Lambertenghi.
Nachdem EPO seit diesem Jahr über Urin-Kontrollen nachgewiesen werden kann, war schon seit längerem gemutmaßt worden, dass Ausdauersportler mit anderen Mitteln experimentierten. «Ich weiß nicht, ob es in Deutschland schon zugelassen ist. Das Medikament dient Nieren-Patienten, ist Erythropoetin vergleichbar und hat den Vorteil, das die Wirkung länger anhält. Eine Injektion reicht für zwei Wochen, wo sonst zwei wöchentlich nötig wären», sagte Telekom-Teamarzt Lothar Heinrich.
Der bisher kaum in Erscheinung getretene Radprofi Nicklas Axelsson ist bei einer Doping-Kontrolle positiv getestet worden und geständig. «Ich habe wissentlich EPO genommen, meine Karriere ist beendet und ich bin arbeitslos», sagte der 29-jährige Schwede der Regionalzeitung «Goeteborgs-Posten». Axelsson war im Anschluss an das WM-Straßenrennen am 14. Oktober in Lissabon, das er als 18. beendet hatte, positiv auf das als Blut-Doping-Mittel benutzte EPO getestet worden. Damit war er seit der Einführung der neuen Testmethode in diesem Jahr der elfte Radprofi, der überführt wurde.
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