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08.07.2005 - Karlsruhe (dpa/Ra) - Am «deutschen Tag» der Tour hat Fabian Wegmann den einheimischen Schlagzeilen-König Jan Ullrich in die 2. Reihe gedrängt. Beim ersten Abstecher der Tour de France nach Deutschland seit 2002 eroberte der Profi vom Team Gerolsteiner in Karlsruhe das Bergtrikot.
Wegmann hatte den Niederländer Karsten Kron auf der 7. Etappe über 228,5 Kilometer von Lunéville nach Karlsruhe in der Wertung hinter sich gelassen und war 172 Kilometer als Solist unterwegs. Der 25-Jährige trat die Nachfolge Rolf Aldags an, der das Trikot zuletzt 2003 für einen Tag tragen durfte. Davor hatten als einzige Deutsche der Tour-Geschichte nur Jens Voigt und Marcel Wüst zeitweise die Bergwertung angeführt. «Es ist ein wunderbares Gefühl. Ich hatte immer damit geliebäugelt. Dass es nun geklappt hat, ist um so schöner», sagte Wegmann nach seinem Coup. Er hatte sich nach dem ersten Zwischensprint mit dem Ziel abgesetzt, die ersten beiden Bergwertungen der vierten und dritten Kategorie nach 45 und 74 Kilometern zu gewinnen. Der Plan ging auf, so dass der in Freiburg lebende Westfale schon als virtueller Träger des Bergtrikots nach Deutschland fuhr. Im Ziel bekam er das weiße Trikot mit den roten Punkten übergestreift. Wegmann (9 Punkte) führt die Wertung jetzt mit zwei Zählern vor Kron an.
«Das hatte er schon länger im Kopf, ohne dass wir das bei der Mannschafts-Besprechung am Morgen zum Thema gemacht haben. Vielleicht kann er das Trikot zwei, drei Tage behalten. Als er die Bergwertungen gewann, habe ich Ronny Scholz und Beat Zberg auf die Plätze zwei und drei angesetzt, damit sie Kron die Punkte wegnehmen. Das hat hervorragend geklappt», sagte Team-Manager Hans-Michael Holczer, der seinen bergerfahrenen Profi, der im Vorjahr als erster Deutscher beim Giro d`Italia das Bergtrikot bis ins Ziel nach Mailand gerettet hatte, danach bremsen musste.
«Er hat dann an der Spitze langsam Tempo herausgenommen, um sich nicht kaputt zu machen», meinte Holczer. Das Fahrerfeld stellte Wegmann 23 Kilometer vor dem Ziel. Dabei warf er eine Kusshand in die Fernsehkamera. «Das galt meiner Freundin», sagte Wegmann nach der Etappe. Vorher hatte er noch das Privileg genossen, unter dem Jubel der Zuschauer als erster der 187 Tour-Starter um 16:20 Uhr nach Deutschland mit 2:45 Minuten Vorsprung auf das Feld einzufahren. Die Grenze wurde nach 188 km bei Wintersdorf passiert.
Vorher hatte der Sieger des diesjährigen Grand-Prix Schwarzwald, als Solist einen Vorsprung von fast zehn Minuten gehabt. Trotzdem war aber an einen Etappensieg kaum zu denken, weil auf der Hand lag, dass die Sprinter-Teams ihr Recht beanspruchen würden. «Es war klar, dass ich den Vorsprung nicht ins Ziel retten konnte», sagte Wegmann.
Ullrich freute sich über die Begeisterung beim «Heimspiel» für die 16 deutschen Tourstarter: «Es gibt nur ein Wort dafür: Gigantisch.»
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