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13.07.2005 - (sid) - Auf dem "Dach der Tour" hat das T-Mobile Team den ersten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France unter Dach und Fach gebracht. Einen Tag nach der Schlappe von Courchevel siegte der Kasache Alexander Winokurow auf der "Königs-Etappe" der "Großen Schleife". Winokurow, der bei der ersten Bergankunft 24 Stunden zuvor noch enttäuscht hatte, meldete sich mit einer 140-km-Attacke auf dem Teilstück über den 2645m hohen Galibier eindrucksvoll zurück.
Ullrich fährt mit Armstrong ins Ziel
1:15 Minuten hinter dem Tour-Dritten von 2003, der den Kolumbianer Santiago Botero im Sprint auf Platz zwei verwies, erreichten Spitzenreiter Lance Armstrong, T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich und der letztjährige Tourzweite Andreas Klöden gemeinsam in der ersten Verfolgergruppe das Ziel.
"Ich bin zufrieden. Ich bin sehr motiviert auf die Etappe gegangen, trotz der Schlappe vom Dienstag. Das war ein böser Tag, deshalb wollte ich heute attackieren. Ich habe gezeigt, dass ich es noch drauf habe und man mit mir und meinem Team noch rechnen muss", sagte Winokurow.
Durch seinen Husarenritt konnte der kasachische Meister seinen Rückstand auf das Gelbe Trikot nach 173km zwischen Courchevel und Briancon auf 4:47 Minuten verkürzen. Als Zwölfter liegt der 31-Jährige 45 Sekunden hinter Ullrich (4:02 Minuten zurück), der Neunter ist. "Das Team hat gut gearbeitet. Unsere Taktik ist voll aufgegangen. Ein Sieg ist immer das Größte. Bei mir lief es ganz gut, ich habe keine Zeit verloren, die Tour ist noch lange nicht am Ende", sagte Ullrich.
Klöden auf Rang zehn
Im Gesamt-Zehnten Klöden (4:16), der im Anstieg zum Galibier vorübergehend den Anschluss verloren hatte, ist ein weiterer T-Mobile-Fahrer unter den Top-10 vertreten. Tags zuvor hatte die Magenta-Troika im Schlussanstieg noch mehrere Minuten auf den sechsmaligen Toursieger Armstrong verloren. "Heute haben wir eine taktisch hervorrragende Leistung gezeigt", sagte T-Mobile-Teamleiter Mario Kummer.
Diesmal übernahm der Bonner Rennstall von Beginn an die Initiative. Winokurow hatte sich schon nach 30km mit einer achtköpfigen Fluchtgruppe abgesetzt und im Verlauf der Etappe einen Mitausreißer nach dem anderen hinter sich gelassen. 10km unterhalb des Galibier-Gipfels löste er sich auch von Botero, der allerdings in der anschließenden Abfahrt wieder aufschloss.
Mit bis zu sechs Helfern an seiner Seite versuchte Armstrong den Vorsprung der Ausreißer, zu denen lange Zeit auch Boteros Phonak-Teamkollege Oscar Pereiro gehörte, in Grenzen zu halten. Das Trio konnte seinen Vorsprung auf die 40 Fahrer starke Verfolgergruppe auf maximal 3:20 Minuten ausbauen. Auf den 40km vom Galibier ins 1400m tiefer gelegene Ziel büßten "Wino" und Botero noch einmal mehr als eine Minute ein.
Für T-Mobile waren am Einstieg des Galibier neben Ullrich und Klöden noch Matthias Kessler und Giuseppe Guerini im Favoritenfeld vertreten. Doch auf den letzten Kilometern zum Gipfel hatte nur noch Ullrich dem von Discovery vorgelegten Tempo folgen können. Erst in der Abfahrt kamen Klöden und Guerini wieder heran. Als Tagesdritter gewann der Franzose Christophe Moreau den Sprint der Verfolgergruppe.
Die 12. Etappe wartet am Donnerstag mit fünf Bergwertungen auf. Möglichkeiten zum Angriff bietet das 187km lange Teilstück von Briancon nach Digne-les-Bains vor allem an den Kategorie-2-Anstiegen zum Col St. Jean (1332m) nach der Hälfte der Strecke und zum Col du Corobin (1230m) 30km vor dem Ziel.
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