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20.07.2005 - (sid) - Kein guter Tag für das T-Mobile Team: Erst gab der Bonner Rennstall am Mittwoch offiziell den Weggang von Alexander Winokurow bekannt, dann kam das Aus für den letztjährigen Tour-Zweiten Andreas Klöden auf, und schließlich verlor die Mannschaft um Kapitän Jan Ullrich auf der 17. Etappe auch noch ihre scheinbar sichere Führung in der Teamwertung. Der längste Tour-Tag seit fünf Jahren stand für die Magenta-Truppe unter keinem guten Stern.
Die sportliche Niederlage ereilte das Team auf dem mit 239,5km längsten Teilstück in Gestalt einer 17-köpfigen Ausreißergruppe. Beim Tagessieg von Giro-Sieger Paolo Savoldelli (Italien) verspielte die T-Mobile-Mannschaft ihren komfortablen 20-Minuten-Vorsprung in der Teamwertung und gab ihre einzige Spitzenposition an Lance Armstrongs Discovery-Team ab. "Das war kein guter Tag für das T-Mobile-Team", sagte Teamleiter Olaf Ludwig.
Hauptfeld mit deutlichem Rückstand
22:28 Minuten hinter dem Etappensieger kam das Hauptfeld mit allen Favoriten ins Ziel. In der Gesamtwertung führt unverändert Armstrong mit 2:46 Minuten Vorsprung vor dem Italiener Ivan Basso. Dritter ist der Däne Michael Rasmussen (3:09 Minuten zurück), als Vierter folgt Ullrich, der 5:58 Minuten Rückstand aufweist. "Das war ein harter Arbeitstag. Die längste Etappe war superschwer. Kein Meter war flach, und mein Versuch am Ende hat nicht geklappt, weil der Anstieg nicht schwer genug war", sagte Ullrich.
Die Fluchtgruppe, in der T-Mobile durch den Spanier Oscar Sevilla vertreten war, hatte sich nach 30km gebildet und ihren Vorsprung kontinuierlich ausgebaut. Nach zahlreichen Attacken in der Schlussphase des Rennen konnten sich vier Fahrer von ihren Mitausreißern absetzen, bevor sich Savoldelli schließlich im Schlussspurt durchsetzte. Zweiter wurde der Norweger Kurt-Asle Arvesen, auf Platz drei kam der Australier Simon Gerrans.
T-Mobile-Profi Sevilla vorn dabei
Sevilla hatte als Sechster mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. "Ich habe mich eigentlich ganz gut gefühlt und versucht zu attackieren, um unsere Führung in der Teamwertung zu retten. Leider ist mir das nicht gelungen", erklärte der 28-Jährige. "Wir konnten keine großen Attacken fahren. Klöden war nicht mehr da, Kessler und Steinhauser sind verletzt. Ullrich bekam seine Gegner nicht vom Hinterrad los", sagte Ludwig.
Für seinen Teamkollegen Klöden kam das Aus nach nur 16km des Rennens. Die Folgen seines Sturzes vom Vortag, bei dem er sich einen Kahnbeinbruch am rechten Handgelenk zugezogen hatte, zwangen den 30-Jährigen vier Tage vor dem Tour-Finale in Paris zur Aufgabe. "Ich habe es versucht, aber die Schmerzen waren einfach zu stark", erklärte Klöden enttäuscht.
Nachdem er zuvor bereits einige Minuten am Ende des Feldes gefahren war, stieg der deutsche Meister des vergangenen Jahres am Beginn der ersten Bergwertung vom Rad: "Ich habe schnell gemerkt, dass es nicht geht", sagte Ullrichs "Edelhelfer", der tags zuvor gleich zu Beginn des 16. Teilstücks gestürzt war und die Etappe nur mit Mühe in der Favoritengruppe zu Ende fahren konnte.
Hiobsbotschaft von Winokurow
Für die erste Hiobsbotschaft des Tages sorgte Winokurow, der T-Mobile definitiv am Saisonende verlassen wird. Der Kasache hatte die Teamleitung am Vorabend über seinem Entschluss informiert. "Wino ist ein Fahrer, den man nicht ersetzen kann", bedauerte Teamchef Olaf Ludwig den Verlust des Tour-Dritten von 2003.
Fortgesetzt wird die Frankreich-Rundfahrt am Donnerstag mit dem 189km langen 18. Teilstück von Albi nach Mende. Auf der Fahrt durch das Zentralmassiv stehen noch einmal fünf Bergwertungen auf dem Programm. Das Ziel der Etappe liegt am Ende eines 3,1km langen Schlussanstiegs der zweiten Kategorie mit durchschnittlich 10 Prozent Steigung.
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