Profi-Radsport

Ullrich bis 3.30 Uhr bei Armstrongs Fete

Tausende feiern T-Mobile und Gerolsteiner

25.07.2005 - (sid) - Vergessen war die Müdigkeit nach einer extrem kurzen Nacht als lauter Jubel aufbrandete. Dem Tour-Dritten Jan Ullrich und dem T-Mobile-Team wurde nur 18 Stunden nach dem Finale in Paris ein begeisterter Empfang bereitet. Rund 5000 Radsport-Fans fanden sich am Montag zunächst in der Konzernzentrale in Bonn-Beuel und danach am Rathaus der ehemaligen Bundeshauptstadt ein, wo sich Fahrer und Teamleitung in das Goldene Buch eintrugen.

Besuch von Armstrongs Abschiedsparty

Auch am Brunnenplatz in Gerolstein wurden die Tour-Helden des zweiten deutschen Rennstalls umjubelt. Nicht nur das Mineralwasser des Sponsors aus der Eifel floss reichlich, als sich die Profis bei Livemusik zur Autogrammstunde unter die Anhänger mischten.

Nach der Siegerehrung auf den Champs-Elysees und der Feier im Kreise der Mannschaft hatte Ullrich mit seiner neuen Lebensgefährtin Sarah Steinhauser dem siebenmaligen Triumphator Lance Armstrong auf dessen Abschiedsparty noch einmal die Ehre erwiesen - bis gegen 3.30 Uhr am frühen Montagmorgen.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf traf der Rostocker dann kurz vor 12 Uhr mittags mit seinen Frankreich-Gefährten am T-Mobile-Stammsitz ein. Vom Tour-Aufgebot fehlte nur Andreas Klöden, dessen gebrochene Hand in der Uniklinik Freiburg untersucht wurde. Teamarzt Dr. Lothar Heinrich gab anschließend Entwarnung: "Operation nicht nötig."

Entscheidung im "Fall Zabel" bis Sonntag

Es war auch ein Tag anstehender Abschiede. Der Belgier Walter Godefroot, Teamleiter seit der Gründung 1992, geht zum Ende der Saison ebenso wie der Kasache Alexander Winokurow. Gerüchte kreisten weiter um Erik Zabel, der wegen der "Strategie Gesamtsieg" für die Tour 2005 ausgemustert worden war. Der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots wird weiter mit dem italienischen Team Domina Vacanze in Verbindung gebracht und soll zudem seine Weggefährten Rolf Aldag und Jan Schaffrath mitziehen. Zu diesen Vermutungen mochte sich Godefroot-Nachfolger Olaf Ludwig nicht äußern. "Wir wollen bis zum Weltcup am Sonntag in Hamburg die Gespräche mit Erik abgeschlossen haben", sagte er nur.

Aufgeräumt gab sich Ullrich: "Mir ging während der Tour immer der Schlager durch den Kopf: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an", berichtete der 31-Jährige in Erinnerung an seine beiden Stürze und die schmerzhaften Tage danach. "Insofern bin ich mit dem Ergebnis hochzufrieden."

Beide Teams zur Deutschland-Tour

Für den Toursieger von 1997 gibt es in den kommenden Tagen wenig Zeit zum Luftholen. Er wird zunächst die Kriterien in Graz (26. Juli), Prag (27. Juli), Mayerhofen (28. Juli), Hannover (29. Juli) absolvieren, dann nach den HEW-Cyclassics am kommenden Sonntag in Hamburg ein weiteres kleines Rennen in Lorsch (1. August), ehe er ab dem 15. August T-Mobile bei der Deutschland-Tour anführt.

Dort will auch das Team Gerolsteiner weiter für Schlagzeilen sorgen. "Es war unsere beste Tour", blickte Teamchef Hans-Michael Holczer voller Stolz auf die "Große Schleife" zurück: "Erstmals ein Etappensieg durch Georg Totschnig, erstmals alle neun Fahrer in Paris und Levi Leipheimer auf einem großartigen sechsten Platz - mehr konnten wir wirklich nicht erwarten." Und die Zukunft sieht rosig aus: Bei der Deutschland-Tour ist auch Markus Fothen (Kaarst) wieder mit am Start, der sich bis 2008 an Gerolsteiner gebunden hat.

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