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"Man muss sich für Erfolg im Radsport nicht schämen."
(Deutschland Tour-Gewinner Linus Gerdemann)
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20.08.2005 - Singen (dpa) - Die Gastgeber warten weiter auf den ersten Etappensieg bei der Deutschland-Tour. Der Kasache Maxim Iglinsky, 37. der diesjährigen Tour de France, hat die 6. Etappe über 171,3 Kilometer von Friedrichshafen nach Singen gewonnen. Veränderungen im Gesamtklassement dürfte es erst wieder auf dem 7. Tagesabschnitt, der auf dem Feldberg im Schwarzwald endet, geben. «Das ist meine alte Trainingsstrecke, ich kenne jeden Meter des Anstiegs», sagte Ullrich im Vorausblick.
Die Führenden im Gesamtklassement wahrten den Status quo: Der Amerikaner Levi Leipheimer (Gerolsteiner) führt vor seinem Team-Kollgen Georg Totschnig (Österreich/18 Sekunden zurück) und Jan Ullrich (56 Sekunden), der weiter den ersten Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour in seiner Karriere anpeilt. «Er will unbedingt gewinnen», sagte sein Betreuer Rudy Pevenage.
Das Streckenprofil der 6. Etappe war maßgeschneidert für Ausreißer. Schon kurz nach dem Start versuchte es die erste Gruppe, angeführt vom «Ausreißer-König» Jens Voigt, dem am Vortag in Friedrichshafen nur 500 Meter fehlten. Aber die Gruppe wurde bald wieder gestellt, die nächste hatte dann mehr Glück. Zwölf Fahrer waren nach 105 Kilometern weggefahren, der Berliner Björn Schröder war der einzige deutsche Profi unter ihnen. Aber er fiel aus dieser Gruppe heraus.
Sechs Ausreißer, unter ihnen der bei der Deutschland-Tour bisher enttäuschende Bobby Julich (USA), erreichten die Zielgerade in Singen. Im Spurt schaffte der Kasache die Überraschung und bezwang den Belgier Jürgen van der Broeck und den Italiener Alessandro Ballan. Schröder wurde als bester Deutscher Zehnter.
Nach zwei Sommertagen kehrte der Regen zurück. Die noch 132 im Rennen befindlichen Fahrer wurden wieder von zum Teil widrigen Wetterbedingungen gequält. Dauerregen auf zwei Dritteln der Strecke und Temperaturen um 16 Grad behinderten Profis und Zuschauer. Auch für «die deutsche Königsetappe» (Ullrich) auf den Feldberg im Schwarzwald versprechen die Prognosen keine Besserung: Für den noch hoffnungsvoll im Rennen liegenden T-Mobile-Kapitän sind das nicht die besten Bedingungen. Nach Alexander Winokurow gab auch der erkältungsgeschwächte Stephan Schreck (Erfurt) aus dem T-Mobile-Team auf. Gerolsteiner verlor den Erfurter Sebastian Lang.
Einen Tag vor dem wahrscheinlich entscheidenden Zeitfahren am Montag von Ludwigshafen nach Weinheim über 31,1 Kilometer will Leipheimer seinen Vorsprung vor Ullrich möglichst noch vergrößern. Aber der 12,5 Kilometer lange, stetige Anstieg auf den 1270 Meter hohen Feldberg liegt Ullrich, so dass auch von ihm besondere Aktivitäten erwartet werden dürften. Davor steht noch der Aufstieg auf den Notschrei (1116 Meter) auf dem Programm.
«Ich bin überzeugt, dass Jan morgen ganz vorne ankommt», sagte Pevenage. Auf dem Feldberg wurden fünf Grad gemessen. «Das Wetter ist mir egal», sagte Ullrich in Singen.
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