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"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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23.08.2005 - (sid) - Die Doping-Skandale im internationalen Radsport kratzen nun auch am Denkmal Lance Armstrong. Laut Berichten der französischen Sporttageszeitung L'Equipe war der siebenmalige Tour-Sieger bei seinem ersten Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt 1999 gedopt. Unter dem Titel "Armstrongs Lüge" berichtet das Blatt, in eingefrorenen Proben des Texaners sei nun das Blutdopingmittel Epo nachgewiesen worden. Die Tests in dem französischen Labor in Chatenay-Malabry bei Paris seien 2004 ausgewertet worden. Dabei seien gleich sechs Proben Armstrongs positiv gewesen. Zur Zeit der Probeentnahme Ende der 90er war die Nachweismethode für Epo noch nicht ausgereift. Erst bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney konnten die Dopingkontrollen auf Erythropoietin (Epo) erweitert werden, ein Jahr später auch bei der Tour.
Der nach seinem siebten Tour-Erfolg im Juli zurückgetretene Armstrong sah sich bereits desöfteren Dopingvorwürfen ausgesetzt und bestritt die Berichte der L'Equipe in einer ersten Reaktion. "Ich habe niemals leistungssteigernde Mittel genommen. Das ist purer Skandaljournalismus der L'Equipe", erklärte Armstrong auf seiner Internetseite.
Juristische Konsequenzen noch unklar
Ob für Armstrong mehr als sein Ruf auf dem Spiel steht, bleibt vorerst offen. "Wir müssen abwarten, ob sich die Vorwürfe als wahr herausstellen", sagte Radsport-Weltpräsident Hein Verbruggen aus Holland. "Erst danach können wir prüfen, ob wir rechtliche Schritte einleiten können." Dies dürfte juristisch schon deshalb schwierig sein, weil keine Gegenproben mehr möglich sind. Das Labor konnte nur die B-Proben analysieren, die A-Proben wurden bereits nach der Entnahme verwandt.
Der Direktor des Labors in Chatenay-Malabry, Jaqcues de Ceaurriz, erklärte indes, es bestehe kein Zweifel an den Resultaten der Dopingproben, auch wenn diese bereits fünf Jahre vor Durchführung der Tests entnommen worden seien. Gleichzeitig erläuterte de Ceaurriz jedoch, dass Armstrong auf Grundlage der neuen Tests keine Sanktionen zu befürchten habe.
"Die Tests wurden im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsarbeiten durchgeführt. Wir haben die Proben wie immer anonym ausgewertet. Der rein experimentelle Charakter des Tests und die Tatsache, dass es keine Möglichkeit zu einem Gegengutachten gibt, lassen jedoch keine Möglichkeit, die Fahrer auf Grund unserer Ergebnisse zu sanktionieren", sagte der Wissenschaftler.
Auch Wilhelm Schänzer, Leiter des vom IOC akkreditierten Dopinglabors in Köln, hat keinen Zweifel an der Seriösität der Analysen. "Urinproben halten sich bei einer Lager-Temperatur von minus 20 bis minus 40 Grad jahrelang. Die Ergebnisse sind für mich wissenschaftlich stichhaltig. Wenn Herr Ceaurriz sagt, sie sind positiv, dann kann man davon ausgehen, dass das stimmt", erklärte Schänzer dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Nada mahnt zu Zurückhaltung
Zur Zurückhaltung mahnte allerdings Dr. Roland Augustin als Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada): "Ich warne vor vorschnellen Verurteilungen und habe ganz große Bedenken", sagte er dem sid. "Kann man sicher sein, dass es bei über Jahre hinweg tiefgefrorenen Proben keine biologischen Veränderungen gab, keine Altersprozesse, die das Ergebnis verfälschen? Das ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt." Bei Olympiasieger Tyler Hamilton (USA) sei die Probe von Athen schon nach wenigen Wochen nicht mehr brauchbar gewesen. "Deshalb bin ich entsetzt, dass der Rechtsweg nicht eingehalten wurde."
Auch für Schänzer ist es ein Rätsel, wie die L'Equipe aus den anonymisierten Proben des Labors in Frankreich auf den Namen Armstrong schließen konnte. Die Zeitung druckte sogar Kopien von den Originalunterlagen der Tour sowie die Ergebnisse der Dopingproben des Labors ab. Daran lassen sich die nummerierten Tests Armstrong zuordnen. Die Resultate seien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie dem französischen Sportministerium übermittelt worden.
Kein Kommentar von deutschen Topfahrern
Bei der Deutschland-Tour wollten die Topfahrer um Jan Ullrich vorerst keine Kommentare abgeben. Der künftige T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig sagte: "Es überrascht mich, davon zu hören. Aber so lange nichts sicher ist, ist es sehr schwierig, über diese Sache zu urteilen."
Nach dem Bericht der Sportzeitung soll Armstrong nicht der einzige Fahrer mit Positivtests bei der Tour vor sechs Jahren gewesen sein. Insgesamt liegen zwölf positive Ergebnisse vor. Weitere Namen wurden jedoch nicht genannt. Armstrong sieht sich unterdessen als Gejagter der Medien. "Schon wieder berichtet eine europäische Zeitung, ich hätte gedopt. Unglücklicherweise geht die Hexenjagd weiter", schreibt er auf seiner Internetseite (www.lancearmstrong.com).
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