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Zitat der Woche:
"Ich habe die kriminelle Energie unterschätzt."
(Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer zum Fall Schumacher)
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19.10.2005 - (sid) - Fast nichts zu wünschen übrig lässt die diesjährige Radsport-Saison für das Team Gerolsteiner aus der beschaulichen Eifel. Regelrechte Sektlaune scheint beim Mineralwasser-Konzern zu herrschen. "Das Jahr 2005 war ein Meilenstein für uns", sagt Hans-Michael Holczer, Chef des Teams Gerolsteiner, beim Rückblick auf die Radsport-Saison, die am letzten Wochenende endete. "Wir sind auf Augenhöhe mit T-Mobile angekommen." Mehr noch: Bei der Deutschland-Tour hat man den lange übermächtigen Konkurrenten sogar vom Platz an der Sonne gefahren. Im "verflixten siebten Jahr" ist Aschenputtel am Ziel seiner Träume.
Familiäre Atmosphäre statt Starkult
1999 hatte der Aufbau unter Hans-Michael Holczer begonnen, und seitdem ging es in jedem Jahr aufwärts: "Wir sind schon ziemlich weit oben angekommen, auch wenn noch Luft nach oben ist", meint der ehemalige Lehrer für Geschichte und Mathematik nicht ohne Stolz. Von Anfang an setzte er nicht auf Stars, sondern auf eine Mannschaft, in der jeder Erfolge einfahren darf. Bester Beweis: Die 23 Siege des Jahres wurden von 16 verschiedenen Akteuren geholt.
"Dieses Familiendenken kommt bei unseren Konsumenten voll an, das haben unsere Untersuchungen ergeben", unterstreicht Unternehmenssprecher Stefan Göbel. "Der Dopingfall Danilo Hondo hatte auch deshalb keinerlei negative Auswirkungen auf das Image, weil er nicht der Mannschaft angelastet wurde, sondern sie zusammenschweißte." Zumal die Verantwortlichen sofort mit der Auflösung des Vertrages ein klares Zeichen gesetzt hatten.
Der Nachwuchs sprang in die Bresche
Im Giro sorgte stattdessen der junge Markus Fothen mit Platz zwölf der Gesamtwertung für Aufsehen, während von T-Mobile nichts zu sehen war. Michael Rich gewann die Rheinland-Pfalz- und die Bayern-Rundfahrt, Fabian Wegmann den Schwarzwald-Grand-Prix.
Auch bei der Tour de France konnte sich Gerolsteiner entgegen aller Erwartungen in den Schlagzeilen halten. Wegmann fuhr auf der Etappe nach Karlsruhe ins Bergtrikot, Robert Förster sprintete oft vorn mit, und auf der Königsetappe holte Georg Totschnig den ersten Tour-Tagessieg in der Gerolsteiner-Geschichte: "Da ist ein Traum für uns wahr geworden", sagt Holczer.
Sponsor erhöht den Etat
Das Sahnehäubchen war die Deutschland-Tour, als Ullrich von Levi Leipheimer und Totschnig am Rettenbachferner aufgerieben wurde und Leipheimer den Gesamtsieg überlassen musste. Holczer: "Das war ein Meilenstein. Da haben wir vor einem Millionen-Publikum gezeigt, dass wir keine kleine Mannschaft mehr sind."
Dann holte man noch bei der Spanien-Rundfahrt den einzigen deutschen Tagessieg durch Neuling Heinrich Haussler (21), während T-Mobile mit Zabel leer ausging. Obwohl der Italiener Davide Rebellin nicht an seine Erfolge von 2004 herankam, lag er im ersten Jahr der neuen ProTour als Dritter vor allen Assen der Bonner Konkurrenz, wie auch Gerolsteiner in der Teamwertung. Holczer: "Ich will das nicht hochspielen, aber wir haben zumindest gleichgezogen."
Auch finanziell sind die Weichen gestellt, damit der Platz im Rampenlicht gehalten werden kann. "Wir haben etwas nachgebessert", sagt Gerolsteiner-Sprecher Göbel zum Etat. Genaue Zahlen bleiben in der Familie.
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