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29.01.2006 - Zeddam (dpa) - Hanka Kupfernagel hat ihren vierten Erfolg bei Weltmeisterschaften im Radcross hauchdünn verpasst und nach dem Gewinn der Silbermedaille bittere Tränen geweint.
Erst im Endspurt gab sich die 31 Jahre alte Titelverteidigerin aus dem brandenburgischen Werder im niederländischen Zeddam der einheimischen Europameisterin Marianne Vos geschlagen. Damit eroberte Kupfernagel wie bei allen Welttitelkämpfen seit der Premiere im Jahr 2000 ihren Platz auf dem Treppchen. Auf Rang drei landete die im Weltcup führende Topfavoritin Daphny van den Brand (Niederlande).
«Das war eines der härtesten Rennen meiner Karriere. Jetzt bin ich super enttäuscht, weil ich top vorbereitet war und unbedingt gewinnen wollte. Aber ich hatte gegen die versammelte holländische Streitmacht zu kämpfen», sagte die Weltmeisterin der Jahre 2000, 2001 und 2005. Gleich nach dem Start des Rennens unmittelbar an der deutschen Grenze entwickelten die Gastgeberinnen Teamgeist. «Entweder trat Daphny an oder Marianne. Ich musste immer mitgehen. Das hat am Ende viel, wahrscheinlich zu viel Kraft gekostet», sagte die Titelverteidigerin, die sich mit beiden Niederländerinnen gleich nach dem Start aus dem 42-köpfigen Feld abgesetzt hatte.
Als van den Brand zur Mitte des 23 Kilometer langen Rennens wegen eines technischen Defekts abreißen lassen musste, feuerten Tausende Zuschauer an der Strecke Marianne Vos an. Kupfernagel konnte auf dem rutschigen Kurs alle Attacken parieren, nutzte aber eine für sie günstige Situation zur Vorentscheidung eine Runde vor Schluss nicht. «Da hätte Hanka antreten müssen, um Vos zu verunsichern», sagte ihr Trainer und Lebenspartner Mike Kluge zu der verpassten Chance.
Beim Spurt auf der Zielgeraden hatte die wesentlich leichtere Konkurrentin das bessere Ende für sich und verwies die Brandenburgerin um eine halbe Radlänge auf den Ehrenplatz. Birgit Hollmann (Berlin) wurde Achte, Susanne Juranek (Oldenburg) und Nicole Kampeter belegten die Plätze 18 und 28. Bei den Männern setzte Erwin Vervecken die seit vier Jahren andauernde belgische Domäne fort. Die deutschen Starter hatten mit dem Ausgang des Rennens erwartungsgemäß nichts zu tun.
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