Profi-Radsport

Keine eigene Rennserie der großen Rundfahrten

UCI bremst "Grand Tour" aus

16.02.2006 - (sid) - Die Veranstalter der drei großen Rundfahrten Tour de France, Giro d'Italia und Vuelta werden nicht die Zustimmung des Weltverbandes UCI für ihr Projekt "Grand Tour" bekommen. Die Landesverbände ASO (Frankreich), RCS (Italien) und Unipublic (Spanien) hatten geplant, aus der ProTour auszusteigen und eine eigene Rennserie zu gründen.

"Mangel an Verantwortung gegenüber dem Radsport"

Die Entscheidung wurde vom UCI ProTour Council (UPTC) am Donnerstag in einem Statement bekannt gegeben: "Die UPTC ist zur der Auffassung gekommen, dass dieses Projekt die Prinzipien der von der UCI eingeführten Straßenradsport-Reform nicht respektiert. Finanziell wäre das Projekt nicht produktiv, würde den Radsport-Kalender gefährden und zeigt einen Mangel an Verantwortlichkeit gegenüber dem Radsport im allgemeinen. Auf der Basis dieser Erkenntnisse hat die UPTC beschlossen, das Projekt nicht zu unterstützen" heißt es in dem offiziellen UCI-Statement.

Der Weltverband macht unmissverständlich klar, dass eine ASO/RCS/Unipublic-Rundfahrtserie nicht von der UCI authorisiert wird. Stattdessen bleibt die Position der drei Veranstalter aus UCI-Sicht die gleiche wie im ProTour-Gründungsjahr 2005. Das beinhaltet im einzelnen: Die Registrierung von Veranstaltungen im UCI-Kalender, die Teilnahmpflicht der 20 ProTour-Team an allen Rennen der ProTour und die Anrechnung von ProTour-Punkten gemäß dem dafür vorgesehenen Modus.

100.000 Antrittsprämie waren angedacht

Nach den Plänen der Veranstalter der "Großen 3" wären die 20 ProTour-Teams nicht mehr automatisch für ihre Rundfahrten startberechtigt gewesen. Die Organisatoren wollen stattdessen die Top-Teams mit einer Antrittsprämie von 100.000 Euro zur Teilnahme an allen drei Wettbewerben bewegen. Die "Grand-Tour"-Serie soll mit zwei Millionen Euro dotiert sein. Die Veranstalter kritisierten, dass es sich bei der ProTour um eine "geschlossene Gesellschaft" handeln würde.

Nach der UCI-Ablehnung sind nun die Fronten verhärtet, die Zukunft für Veranstalter und Rennställe ungewiss. Nach der "Palast-Revolution" des Elite-Triumvirats im Dezember hatten die 20 Erstliga-Team Kompromisss-Bereitschaft erklärt, stärkten der ProTour aber dabei den Rücken. In eine eigene Rundfahrt-Serie außerhalb der UCI werde man sich auch nicht durch das in Aussicht gestellte Preisgeld locken lassen, war der Tenor der Teamchefs nach einer Sitzung in Genf.

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