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27.02.2006 - Turin/Aigle (dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ist im Besitz von 15 Protokollen der Doping-Tests der Tour de France 1999 des inzwischen zurückgetretenen siebenfachen Seriensiegers Lance Armstrong. Das bestätigte der Welt- Radsport-Verband UCI, der bisher behauptet hatte, es sei nur die Fotokopie einer Armstrong- Doping-Probe in Umlauf geraten. Es seien «bedauerlicherweise» 15 Protokolle herausgegeben worden, hieß es nun in einer Pressemitteilung der UCI. Der betroffene Mitarbeiter gestand, die Dopingkontroll-Dokumente und nicht nur eines weitergegeben zu haben.
Angeblich sei das Material für einen Artikel ausgehändigt worden, der beweisen sollte, dass Armstrong keine Ausnahmegenehmigung hatte, Medikamente wegen seiner Krebserkrankung zu nehmen, die auf der Dopingliste stehen. Das war immer wieder behauptet worden.
Laut AFP soll der leichtgläubige Informant Mario Zorzoli gewesen sein. Der beliebte Chef des UCI-Gesundheitsdienstes hat um seine Freistellung gebeten, bis alle Vorwürfe geklärt sind.
Auf die Veröffentlichungen der «L`Équipe» und dem Leugnen Armstrongs, je gedopt zu haben, reagierte die UCI mit der Installation einer unabhängigen Kommission unter Leitung eines Schweizer Richters. Dieses Gremium ist noch zu keinem Urteil gekommen. In der UCI-Erklärung hieß es dazu: «Die UCI wartet auf die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung.»
Sportrechtlich kann Armstrong ohnehin nicht mehr belangt werden, weil die B-Proben der angeblich positiven A-Proben nicht mehr existieren. Sie waren eingefroren und im Nachhinein mit positivem Ergebnis auf das Blutdoping-Mittel EPO analysiert worden. Nach Aussagen des «L`Èquipe»-Chefredakteurs aus dem vergangenen Jahr liegen auch noch Analyse-Protokolle ebenfalls im Nachhinein positiv getesteter anderer Profis der Tour de France von 1998 vor. Diese Namen wurden bisher nicht veröffentlicht.
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