Profi-Radsport

Ex-Star Thurau angeblich vor dem Ruin: 20 Millionen Minus

28.11.2000 - Frankfurt/Main (dpa) - Ex-Radprofi Dietrich Thurau, 1977 fünfzehn Tage Träger des gelben Trikots bei der Tour de France und fünffacher Etappensieger, steht angeblich vor dem Ruin. Nach Informationen der Illustrierten «Neue Revue» läuft gegen die Firma B & D Thurau Immobilien GmbH, die ihm und seiner Frau Birgit gehört, seit Mai 1998 ein Konkursverfahren.

Wie die «Bild»-Zeitung unter Bezug auf die Zeitschrift berichtete, stand das auf etwa 2,5 Millionen Mark geschätzte Privathaus der Thuraus am Dienstag beim Amtsgericht Frankfurt/Main zur Zwangsversteigerung. «Dann droht uns die Obdachlosigkeit», hatte Thurau der Illustrierten gesagt.

Der 46-Jährige, der im Nobelviertel Bergen-Enkheim wohnt, soll mit seinem City Hotel (drei Sterne, 92 Zimmer) in Bad Vilbel ein Minus von 20 Millionen Mark eingefahren haben. Der «Bild» hatte der ehemalige Radstar erklärt, die Bank und er hätten das Projekt falsch finanziert.

Thurau war schon mehrmals in handfeste Skandale sowohl im Sport als auch im Privatleben verwickelt. Trotz seiner Aussage «Wer nichts nimmt, bringt auch nichts» konnte ihm Doping nie nachgewiesen werden. Als er 1985 einen Rennkommissar ohrfeigte, wurde er von der Tour de France ausgeschlossen. Angeblich terrorisierte er auch seine eigenen Mieter, die sich gegen eine Umwandlung ihrer Wohnungen in Eigentumswohnungen wehrten. Dafür musste er 6 000 Mark Geldbuße zahlen. 7 000 Mark waren fällig, nachdem er einen Dackel getreten hatte, 10 000 Mark, als er eine Einbahnstraße in verkehrte Richtung befuhr und einen Taxifahrer beschimpfte.

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