Profi-Radsport

Frankreichs Justiz verbietet Vernichtung von Proben

02.12.2000 - Paris (dpa) - Die Diskussion um eine mögliche Vernichtung der bei der diesjährigen Tour de France entnommenen Doping-Proben ist durch Frankreichs Justiz beendet worden.

Sportministerin Marie-George Buffet erklärte in Paris: «Die Justiz hat die mit der US Postal-Affäre verbundenen Proben beschlagnahmt und die anderen versiegeln lassen.» In Frankreich läuft zur Zeit ein Ermittlungsverfahren gegen das US Postal-Team des zweifachen Tour- Siegers Lance Armstrong wegen des Verdachts auf Doping. Am Vortag war in Frankreich ein Brief Hein Verbruggens, des Präsidenten des internationalen Radsport-Verbandes UCI, an Marie-George Buffet bekannt geworden, in dem er eine Vernichtung der Proben forderte.

Verbruggen argumentierte, dass die mit Blick auf eine spätere Untersuchung durch einen neuartigen Anti-EPO-Test eingefrorenen Proben durch die lange Lagerung Schaden genommen haben könnten. Dies könne bei der späteren Auswertung rechtliche Probleme aufwerfen. Außerdem sei eine kurzfristige Zulassung des Tests noch immer nicht absehbar. Die Urin-Proben der Rad-Profis sollten dazu dienen, das illegale Doping-Mittel Erythropoietin (EPO) nachzuweisen und Erkenntnisse über das eventuelle Ausmaß dieser Doping-Praxis bei der Tour zu erhalten. Am Montag soll ein Treffen zwischen Mitarbeitern des UCI und des französischen Sportministeriums in Paris stattfinden, erklärte Buffets Kabinettschef Christian Garcia.

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