Profi-Radsport

45. Rund um Henninger Turm

Zabel: Für den Sieg Extraschichten auf Mallorca

30.04.2006 - (sid) - Erik Zabel wartet immer noch auf seinen ersten Sieg für sein neues Team Milram. Und der soll nun endlich am Montag beim 45. Rennen "Rund um den Henninger Turm" her. Dafür schiebt der ehemalige T-Mobile-Profi auch Extraschichten auf Mallorca. Außerdem kann er auf die Edelhelfer-Dienste von Italiens Radstar Alessandro Petacchi setzen und darauf bauen, dass ihm das Pflaster in Frankfurt liegt.

Der Sprinter aus Unna konnte in der Bankenstadt bereits 1999, 2002 und 2005 triumphieren. "Dieses Rennen ist mein liebster deutscher Klassiker, den will ich unbedingt gewinnen", betonte der 35-jährige Zabel und verspricht für den "Tag der Arbeit": "Ich werde alles erdenkliche geben, damit mir endlich der erste Sieg der Saison gelingt."

Zabels Bann soll endlich brechen

Seit dem vorigen Sonntag bereitet sich der Berliner auf der Ferieninsel Mallorca gezielt auf die 190,2 Kilometer lange Schleife durch den Taunus vor. Nach acht zweiten Plätzen in diesem Frühjahr soll für Zabel im Hessischen der Bann brechen. Wie sehr der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France um seinen ersten Erfolg im hellblauen Jersey des Milram-Teams kämpft, beweist zudem die Tatsache, dass Zabel den niederländischen Teammanager Gerry van Gerwen jüngst um einen geeigneten Helfer für die Wettfahrt rund um Frankfurt bat.

Van Gerwen erhörte die Bitte Zabels und meldete am Donnerstag den 19-maligen Giro-Etappensieger Petacchi nach. "Damit sind wir taktisch noch besser aufgestellt und Erik wird entlastet, weil er nicht mehr die alleinige Verantwortung trägt", erklärte der Sportliche Leiter Jan Schaffrath den überraschenden Schachzug.

Der Italiener Petacchi war in diesem Jahr bereits 13 Mal erfolgreich - unter anderem gewann der 32-Jährige als erster Fahrer überhaupt alle fünf Etappen der Niedersachsen-Rundfahrt. Dennoch will er sich aber in den Dienst Zabels stellen. "Wir ziehen an einem Strang. Zwischen mir und Alessandro gibt es keinen Neid", beschreibt Zabel das scheinbar harmonische Verhältnis der beiden Sprintstars.

Sinkewitz hofft: "Irgendwann muss der Knoten platzen"

Ebenso wie Zabel brennt auch Patrik Sinkewitz vom T-Mobile-Team auf einen Sieg bei "seinem" Rennen. Der 25 Jahre alte Lokalmatador aus Fulda-Künzell will nach zwei fünften Plätzen und einem vierten Rang bei den Klassikern der vergangenen Wochen jetzt in Frankfurt angreifen. "Irgendwann muss der Knoten ja einmal platzen. Aber ich bin optimistisch, die Mannschaft hat zuletzt super funktioniert", lobte Sinkewitz, der von Steffen Wesemann (Wolmirstedt) und dem dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers (Australien) unterstützt wird.

Team Gerolsteiner setzt indes auf den Italiener Davide Rebellin, den Schweizer Markus Zberg sowie Fabian Wegmann (Freiburg), der vor vier Wochen den "Grand Prix Miguel Indurain" in Estella gewonnen hatte. Nach der vorläufigen Aufhebung seiner Dopingsperre träumt auch Danilo Hondo (Cottbus) vom Podest: "Ich komme trotz der langen Rennpause von 14 Monaten wieder gut mit. Am Henninger Turm möchte ich voll vorn mitmischen", kündigte Hondo vom drittklassigen Team Lamonta an.

In Frankfurt wollen am Sonntag um 11.20 Uhr insgesamt 176 Profis aus 22 Teams an den Start gehen. Mehr als eine Million Zuschauer werden an der Strecke erwartet.

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