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24.05.2006 - Starnberg (dpa) - Der in Ascona lebende und mit Schweizer Lizenz fahrende Radprofi Danilo Hondo aus Cottbus ist ab sofort wieder suspendiert.
Der Oberste Schiedsgerichtshof des Kantons Waadt hat die am 17. März vorläufig aufgehobene zweijährige Doping-Sperre am 16. Mai wieder in Kraft gesetzt. Das bestätigten die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und Hondos Anwalt Michael Lehner. Der Jurist aus Heidelberg will mit Hondo, der bei der Bayern-Rundfahrt am Start ist und am Mittwoch die 1. Etappe auf Rang 13 beendete, jetzt vor das Schweizer Bundesgericht ziehen.
«So etwas habe ich in meiner langen Berufserfahrung noch nie erlebt. Die am 17. März ausgesprochene einstweilige Verfügung gegen die ursprünglich bis März 2007 ausgesprochene Zwei-Jahres-Sperre gegen Hondo wurde in einem Schnellverfahren wieder aufgehoben. Wir haben davon in einer Drei-Zeilen-Mitteilung des Gerichts erfahren. Es gab keine mündliche Anhörung», teilte Hondo-Anwalt Michael Lehner mit. Der Heidelberger Jurist, der auch schon Olympiasieger Dieter Baumann in seinem Doping-Verfahren vertrat, kündigte weitere Schritte an: «Jetzt gehen wir vor das Schweizer Bundesgericht.»
Die Überraschungen im Fall Hondo setzen sich fort. Nach dem Urteilsspruch des Internationalen Sportgerichtshofes CAS wegen des positiven Dopings-Nachweises bei der Murcia-Rundfahrt im März 2005 kam schon die einstweilige Verfügung des Kantonsgerichts einer Sensation gleich. Hondo, der sich danach dem drittklassigen Lamonta- Team anschloss, erfreute sich aber nur kurz seiner Fahrerlaubnis. Nach zwei Siegen bei der Friedensfahrt und einem Erfolg bei einem Ein-Tages-Rennen in Leipzig muss der 32-jährige Sprinter jetzt wieder absteigen.
Der Weltverband UCI hat in dem Fall immer eine indifferente Haltung eingenommen. Nach dem ersten Urteil des Schweizer Kantonsgerichts bestätigte die UCI zwar die Startberechtigung Hondos. Gleichzeitig erinnerte der Dachverband alle ProTour-Teams und die zweitklassigen Sportgruppen aber an die geleistete Unterschrift unter den Ethik-Code «Code de Conduite». Danach verpflichteten sich alle Profiteams der ersten Garde, überführte Doping-Sünder auch nach Ablauf einer Sperre zwei weitere Jahre nicht zu beschäftigen.
Hondo war der Einnahme des Aufputschmittels Carphedon überführt worden. Er leugnete alle Schuld und verwies auch mit Hilfe des Radsport-kritischen Molekular-Biologen Werner Franke auf die geringe, nachgewiesene Menge, die niemals leistungssteigernd wirken konnte.
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