Profi-Radsport

Deutscher Radsport macht Ernst

Zeitenwende im Antidopingkampf?

05.08.2006 - (sid) - Im Kampf gegen Doping macht der deutsche Radsport mobil. Beim zweiten Runden Tisch unter Führung von Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), mit Verantwortlichen und Sponsoren von deutschen Rennställen sowie Veranstaltern wurden in Bad Tölz einschneidende Maßnahmen im Kampf gegen Doping beschlossen. Diese sollen bereits am 31. August auf der BDR-Präsidiumssitzung verabschiedet werden und am 1. September in Kraft treten.

Zukünftig sollen von allen Fahrern, die für deutsche Teams aktiv sind, individuelle Leistungsprofile über einen längeren Zeitraum hinweg erstellt werden. Damit soll eine enge Zusammenarbeit zwischen dem BDR und den Teamärzten einhergehen. Es wird eine unabhängige Instanz installiert, die die Daten der Fahrer beobachtet. Dabei müssen sich alle Fahrer der deutschen Teams verpflichten, ihre Blutwerte zur Verfügung zu stellen.

Desweiteren haben sich die Verantwortlichen für ein Antidopinggesetz ausgesprochen und wollen dies nun auch auf politischer Ebene vorantreiben. "Wir sind für ein Gesetz, das den Besitz, den Handel und die Weitergabe von Dopingmitteln strafbar macht", sagte BDR-Präsident Scharping.

Zu den weiteren Maßnahmen gehört, dass die Anzahl der Dopingkontrollen zukünftig bis in den U15-Bereich hinunter ausgeweitet wird. Darüberhinaus werden die Trainingskontrollen, vor allem die unangemeldeten Tests, deutlich erhöht. Bis zu 50 Prozent mehr Tests sollen durchgeführt werden. Außerdem soll die Qualität der Kontrollen verbessert werden, was eine gleichzeitige Durchführung von Urin- und Blutkontrollen beinhaltet.

Zu den möglichen Sanktionen gehört dabei eine direkte Sperre von Fahrern, sollte sie sich Kontrollen entziehen. Dementsprechend wird auch bei Abweichung der Profile eine Sperre ausgesprochen.