Zitat der Woche:
"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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07.08.2006 - (sid) - Jens Voigt überraschte auf der sechsten Etappe der Deutschland-Tour von Seefeld nach St. Anton alle, womöglich sogar sich selbst. Mit einer unglaublichen Kraftanstrengung verteidigte der Berliner sein Gelbes Trikot und feierte obendrein den Sieg der Königsetappe. Der 35-Jährige steht nun sogar vor dem Gesamtsieg der Rundfahrt.
Voigt verwies nach 196,6km auf dem Arlbergpass den Gerolsteiner-Profi und Vorjahressieger Levi Leipheimer sowie den Kasachen Andrej Kaschechkin auf die Plätze zwei und drei. Vor dem entscheidenden Zeitfahren am Dienstag in Bad Säckingen hat der CSC-Mann nun 24 Sekunden Vorsprung auf den Amerikaner.
Voigt: "Ich bin kaputt, kaputt, kaputt"
"Ich bin kaputt, kaputt, kaputt", berichtete Voigt, der bereits seinen zweiten Etappensieg bei der diesjährigen Deutschland-Tour holte: "Das war aber noch keine Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg. Der Vorsprung ist nicht sehr groß. Auf 40km kann man auch schnell ein paar Minuten verlieren."
Eine bravouröse Vorstellung legten aber auch Erik Zabel und Gerolsteiner-Profi Sebastian Lang hin, doch eine 180km lange Flucht blieb ohne Happy-End.
Entscheidung fiel am Schlussanstieg
Die Entscheidung fiel am 7,5km langen Schlussanstieg in 1762m Höhe, als sich Voigt und Leipheimer einen offen Schlagabtausch lieferten. "Levi ist der gefährlichste Fahrer, an ihm habe ich mich orientiert", sagte Voigt, der auf dem steilsten Stück dennoch abreißen lassen musste. "Dann kam aber der flachere Teil durch den Tunnel. Dort habe ich das große Kettenblatt aufgelegt und bin noch mal herangefahren", schilderte der gebürtige Mecklenburger die entscheidende Szene.
Für Leipheimer ist Voigt nun der Favorit auf den Gesamtsieg. "Jens ist unheimlich stark. Dennoch werde ich im Zeitfahren nochmal alles versuchen", meinte der Amerikaner, der am Vortag in Seefeld noch erfolgreich gewesen war.
Zuvor hatten Zabel und der deutsche Zeitfahrmeister Lang für Furore gesorgt. Bereits nach zehn Kilometer rissen beide aus - zunächst noch gemeinsam mit dem Australier Matthew Hayman sowie dem Belgier Sebastien Rosseler - und fuhren zwischenzeitlich einen Vorsprung von knapp elfeinhalb Minuten heraus.
Ausreißer Zabel und Lang erst kurz vor dem Ziel gestellt
Auch am 1873 Hahntennjoch, dem einzigen Berg der Ehrenkategorie bei der diesjährigen Deutschland-Tour, verteidigte das Duo seine Führung und verlor nur wenig Zeit. Erst am Schlussanstieg wurden sie sechs Kilometer vor dem Ziel von den Favoriten eingeholt. Zuvor hatten sich Zabel und Lang die Hände gereicht und gegenseitig zum Kraftakt beglückwünscht. "Das ist schon in Ordnung, dass mich Jens Voigt noch eingeholt hat. Ich habe ihn schließlich auch schon unzählige Male eingefangen", sagte Zabel.
Die beiden deutschen Nachwuchshoffnungen Linus Gerdemann (Köln) und Patrik Sinkewitz (Künzell) mussten dagegen ihre Anwartschaft auf eine vordere Platzierung begraben. Bereits am Hahntennjoch mit dem 18km langen Anstieg und durchschnittlich 9 Prozent Steigung ließen sie abreißen, kamen in der Abfahrt nochmal heran, spielten jedoch am Arlberg keine Rolle mehr.
Am Dienstag dürfte auf der vorletzten Etappe die Entscheidung über den Gesamtsieg fallen. In Bad Säckingen findet über 38,2km ein Einzelzeitfahren statt, bevor die Deutschland-Tour am Mittwoch in Karlsruhe endet.
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