Profi-Radsport

WM

Dopingfälle stören die Harmonie

21.09.2006 - Salzburg (dpa/Ra) - Verhältnisse wie bei der vergangenen Tour de France herrschen noch nicht. Aber eine positive A-Probe beim Gastgeber-Verband und auffällige Blutwerte dreier südamerikanischer Nachwuchsfahrer sorgten in Salzburg nicht gerade für einen WM-Start in Harmonie.

Sein belasteter Sport brauche jetzt Ruhe, nichts als Ruhe, hatte Weltverbands-Präsident Pat McQuaid vor den Titelkämpfen in der Mozart-Stadt angemahnt. «Diese Woche ist besonders wichtig für uns», hatte der Ire erklärt. Die Botschaft wurde offenbar nicht überall vernommen.

«Das wirft sicher kein positives Licht auf unsere Weltmeisterschaft. Wir versuchen jetzt, mit strafrechtlichen Maßnahmen auch gegen die Fahrer vorzugehen», sagte Otto Flum, der Präsident des Österreichischen Radsportverbandes, nachdem die positive A-Probe des U23-Fahrers Marco Oreggia bekannt geworden war. Oreggia war am 14. September im Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden. Nach dem Skandal um die Biathleten bei den Olympischen Spielen in Turin wurde in Österreich ein Anti-Doping-Gesetz in Kraft gesetzt.

Oreggias Team-Kollegen Markus Eibegger und Christian Ebner waren diesem Test unerlaubt ferngeblieben. Alle drei wurden von der WM ausgeschlossen. Das traf am Vortag in Salzburg auch die Argentinier Martin Garrido und Matias Medici sowie den Brasilianer Magno Nazaret, nachdem sie beim Bluttest mit zu hohen Hämatokritwerten aufgefallen waren und vorerst eine Schutzsperre für 14 Tage erhielten. Großes Aufatmen dagegen am zweiten WM-Tag: 19 getestete Fahrer, darunter auch die deutschen, zeigten keine auffälligen Werte.