Profi-Radsport

Streit mit ProTour eskaliert weiter

Tour droht ab 2008 mit eigener Rennserie

24.09.2006 - Salzburg (dpa) - UCI-Präsident Pat McQuaid hat den Organisatoren der bedeutendsten Radrennen im seit 2004 schwelenden Streit um die ProTour mit dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gedroht.

Der Radsport-Weltverband UCI beharrt auf seinem Recht, den Rennkalender zu organisieren und nahm Tour, Giro und Vuelta gegen den Willen von deren Organisatoren wieder in die 27 Termine umfassenden ProTour- Serie auf. «Wir sind sportlich verantwortlich und daran wird sich nichts ändern. Wenn sich die Organisatoren aus Marketinggründen gegen die Marke `ProTour` wehren, könnte das der CAS klären», sagte McQuaid am Rand der WM in Salzburg.

Den Organisatoren der Deutschland-Tour stellte der UCI-Chef in Aussicht, ihrem Wunsch zu entsprechen und die Rundfahrt von 2008 an im September zu platzieren. «Wir müssen die Termine abchecken», sagte McQuaid. Zuletzt fand die D-Tour zwei Mal direkt nach der Tour de France im August statt.

So leicht wird sich die Tour de France aber nicht einverleiben lassen. Schon im nächsten Jahr plant Veranstalter ASO den Gegenschlag. In Salzburg wird kolportiert, dass der die Tour nur noch 16 der 20 ProTour-Teams einladen wird. Damit wäre die Garantie der ProTour, die für viel Geld erkauft wurde, an allen wichtigen Rennen teilnehmen zu dürfen, geknackt.

Ab 2008, wenn die Verträge der Mannschaften mit der ProTour auslaufen, plant die ASO angeblich eine eigene Rennserie. Die UCI könnte die daran teilnehmenden Fahrer mit Lizenzentzug drohen. Doch auch dafür könnte es eine Lösung analaog zum deutschen Eishockey geben. Die DEL wagte vor einigen Jahren den Kraftakt mit dem Deutschen Eishockey-Bund und gewann. Allerdings hat die UCI international, wie andere Sportverbände auch, weitergehende Rechte in ihren Rad-Wettbewerben.

Dem Sport dient der Kampf, bei dem es nur um Geld und Einfluss geht, gerade in diesen Zeiten nicht!

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