Profi-Radsport

Riis reagiert mit Unverständnis

Basso will mit Discovery das Double holen

09.11.2006 - (sid) - Ivan Basso scheint nach seinem Wechsel zu Discovery Channel, dem ehemaligen Team des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong, neue Kräfte freizusetzen. Der Italiener, der vor ein paar Wochen noch wegen Dopingverdachts im Mittelpunkt stand, kündigt für die kommende Saison Großes an. Basso will beim Giro d'Italia und der Tour de France den Gesamtsieg holen.

"Alle sind bereit, mich zu unterstützen

"Ich fühle mich wie neugeboren. Das Team und ich hegen große Ambitionen, und alle sind bereit, mich voll bei dem Double Giro und Tour zu unterstützen", sagte Basso, der sich nun erstmal eine Woche Urlaub am Meer gönnen will.

Für zwei Jahre soll Giro-Sieger Basso rund 1,5 Millionen Dollar pro Saison bei Discovery verdienen, wo er mit einem konkurrenzfähigen Team um die US-Stars Levi Leipheimer und George Hincapie rechnen kann.

Bei seinem alten Rennstall CSC war Basso wegen der Dopingverdächtigungen im Rahmen der spanischen "Operacion Puerto" ebenso wie der damalige T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich vor dem Start der diesjährigen Tour de France suspendiert worden. In seiner Heimat wurde er in der Affäre inzwischen freigesprochen und muss wohl keine Konsequenzen mehr befürchten. Nach dem Nationalen Olympischen Komitee CONI hatte auch der italienische Radsportverband die Ermittlungen gegen den 28-Jährigen eingestellt.

Riis zeigt Unverständnis

CSC-Teamchef Bjarne Riis reagierte irritiert auf den neuen Vertrag für seinen ehemaligen Schützling. "Die ProTour-Mannschaften haben sich darauf geeinigt, keine Fahrer mehr aufzustellen, die in die Operacion Puerto verwickelt sind, und zudem DNA-Tests einzuführen. Aber letztendlich sind es doch nur ganz eigene Interessen, die vorherrschen", sagte Riis. Er habe dagegen den besten Radsportler der Welt verloren und zudem die Auflösung seines Teams riskiert. Basso bestreitet, jemals Dopingmittel genommen zu haben, verweigert aber ebenso wie Jan Ullrich einen DNA-Test.

Bei den deutschen Pro-Tour-Teams herrschte Zurückhaltung. "Wir können den Fall Basso ohne weitere Detailkenntnisse nicht weiter kommentieren. Aber wir sind weiter in Sorge, ob es dem Sport gelingt, das Dopingproblem effektiv zu bekämpfen zu können. Dafür sind feste Allianzen nötig", sagte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert.