Profi-Radsport

Befreiungsschlag?

Discovery: Basso zu DNA-Test bereit

17.11.2006 - (sid/dpa) - Nach seiner Entlassung beim Team CSC und den anhaltenden Dopinggerüchten um seine Person holt Ivan Basso nun doch zum möglichen Befreiungsschlag aus. Der Italiener ist zu einem DNA-Test bereit, um sich von jeglichem Verdacht einer Verwicklung in den spanischen Dopingskandal zu befreien. Dies verlautete aus Bassos neuem Team Discovery Channel. Basso habe sich zu diesem Schritt bei der Unterzeichnung des zweijährigen Vertrages mit dem US-Team entschlossen, berichtete die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport am Freitag.

Der neue Vertrag enthält eine Klausel, wonach der italienische Girosieger sich dem DNA-Test unterziehen wird, sobald er im Rahmen einer Untersuchung dazu aufgefordert werden sollte. Unklar ist jedoch, ob im Labor des umstrittenen Madrider Arztes Eufemiano Fuentes überhaupt Blutbeutel gefunden wurden, die Basso zugeordnet werden, so wie es bei Jan Ullrich der Fall sein soll.

Bruyneel: "Ivan hat diese Klausel sofort akzeptiert"

Discoverys sportlicher Leiter Johan Bruyneel habe die Verpflichtung des 28-Jährigen zum DNA-Test nach dessen Trennung vom CSC-Team zur Voraussetzung für das Engagement gemacht, wie die Zeitung berichtet. "Ivan hat diese Klausel sofort akzeptiert", wird Bruyneel zitiert.

Laut «La Gazzetta dello Sport» hatte Basso seine Bereitschaft zum DNA-Test eigentlich bei der Saisoneröffnung des Discovery-Channel-Teams in Austin/Texas am 3. Dezember selbst bekannt geben wollen. Teammanager Bruyneel sei ihm nun zuvor gekommen. Offensichtlich reagierte das Team damit auf die Kritik an der Verpflichtung des nach wie vor mit Dopinganschuldigungen konfrontierten Italieners.

Der Weltverband UCI hatte bereits die Einstellung des Dopingverfahrens gegen Basso in Italien kritisiert und sich eine Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne vorbehalten. Bruyneel dagegen verteidigte Basso: «Wir glauben, dass jeder Fahrer so lange unschuldig ist, bis eine Verurteilung das Gegenteil besagt.» Den Dopingverdacht kann allerdings die DNA-Probe von Basso ausräumen.

Basso war von CSC-Teamchef Bjarne Riis - wie Ullrich von T-Mobile - einen Tag vor Tour-Beginn aus dem Aufgebot genommen worden. Auch Ullrichs neuer Anwalt Peter Michael Diestel hat einen DNA-Test des Deutschen nicht generell ausgeschlossen, "falls dies prozessual angebracht wäre". Allerdings sei dies "aktuell kein Thema".