Profi-Radsport

Jesper Skibby gesteht Doping

"Ich möchte nicht Sklave meiner Lüge sein"

21.11.2006 - (Ra/dpa) - Der ehemalige dänische Profi Jesper Skibby hat zugegeben, gedopt zu haben. In seiner am Mittwoch erscheinenden Autobiografie schreibt der mittlerweile 42-Jährige, während seiner Karriere unter anderem Epo und Anabolika genommen zu haben. Jetzt hat sich Skibby offenbar dazu entschlossen, reinen Tisch zu machen.

Die belgische Zeitung Het Laatste Nieuws zitiert ihn mit den Worten: „Ich möchte nicht der Sklave meiner großen Lüge sein. Ich habe jahrelang gedopt. Ich war ein großer Schwätzer, aber die Wahrheit habe ich nie erzählt. Ich habe die ganze Zeit eine Komödie vorgespielt, mich hinter einer Maske versteckt. Aber ich konnte mit dieser Lüge nicht mehr leben.“ Skibby sagte weiter, dass er auf negative Auswirkungen in Folge seines Geständnisses vorbereitet sei. „ Ich habe die Medien über Jahre hin angelogen - und was das Radsport-Milieu anbelangt: Ich fürchte mich nicht vor dem, was sie sagen werden.“

In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz nahm er in Kopenhagen Stellung zu seiner Dopingbeichte. «Es ist eine verdammt schwere Situation. Es ist ein Thema, das ich immer verheimlicht habe», erklärte Skibby mit Tränen in den Augen vor der versammelten dänischen Presse. Und ergänzte: «Jetzt lasse ich die Masken fallen.»

Obwohl der Däne keine Hintermänner in seiner Biografie beschuldigt, wollten sich andere frühere Radprofis seines Landes zu dem Geständnis nicht äußern. «Ich habe weder etwas über das Buch gehört noch es gesehen. Ich bin nicht dazu im Stande, das zu kommentieren. Das wäre fehl am Platze», sagte CSC-Direktor Bjarne Riis. Bo Hamburger, der zunächst des Dopings überführt, später aber wieder freigesprochen wurde, wollte den Fall Skibby ebenfalls nicht kommentieren: «Das muss Jesper auf seine eigene Kappe nehmen.» Jesper Skibby war von 1986 bis 2000 Profi und fuhr für die Mannschaften Roland (1986-1988), TVM (1989-1997), Home-Jack & Jones (1998-1999) und Memory Card-Jack & Jones (2000). Skibby gelangen insgesamt 24 Profisiege. Seine größten Erfolge waren Etappensiege bei der Tour de France (1993), beim Giro d'Italia (1989) und der Spanien-Rundfahrt (1991 und 1995).