Profi-Radsport

Als Sportlicher Leiter zu Astana

Kummer folgt Klöden und Kessler

27.11.2006 - Berlin (dpa/sid/Ra) - Das Profi-Radteam Astana hat Mario Kummer als Sportlichen Leiter verpflichtet und wird damit immer mehr zu einem Sammelbecken einstiger T-Mobile-Stars.

Wie der Rennstall aus Kasachstan über die inoffizielle Fan-Homepage mitteilte, wechselt Kummer zum 1. Januar 2007 zu Astana, wo der einstige Team- Telekom-Chef Walter Godefroot als Technischer Leiter fungiert.

In der Mannschaft um Vuelta-Sieger Alexander Winokurow fahren in der kommenden Saison unter anderen auch die ebenfalls von T-Mobile gekommenen Andreas Klöden und Matthias Kessler. «Es ist für mich eine große Herausforderung, mit dieser neu entstandenen Mannschaft zusammenzuarbeiten. Das Team wird mit seinen exzellenten Rennfahrern im kommenden Jahr ganz vorn mitfahren können», wurde Kummer zitiert.

Godefroot hatte sich schon Anfang August für eine Verpflichtung von Kummer stark gemacht, der nach der Tour de France gemeinsam mit Olaf Ludwig zum 31. Oktober aus der Verantwortung bei T-Mobile ausgeschieden war. Damals zögerte Kummer noch, der als Exprofi über reiche Erfahrung verfügt und italienisch, englisch, französisch und russisch spricht.

«Er ist auf seinem Gebiet ein Mann mit großem Engagement. Ich finde es nicht korrekt, wie er bei T-Mobile behandelt wurde. Ihm taktische Fehler vorzuwerfen, ist lächerlich», hatte Godefroot erklärt. Auch der Schweizer Astana-Chef Marc Biver zeigte sich zufrieden mit der Verpflichtung von Kummer und lobte den Olympiasieger von 1988 als «echte Kapazität des Radsports».

Sportliche Leiter neben dem 44-Jährigen sind dann Alexandre Schefer, Giovanni Fidanza und Adriano Baffi. Allerdings besitzt das Team bisher noch keine ProTour-Lizenz, hofft aber auf eine solche, nachdem durch den Rückzug von Phonak ein Platz unter den 20 Mitgliedern der "ersten Liga" frei wurde. Allerdings bewerben sich mit Unibet (Belgien) und Barloworld (England) zumindest zwei weitere Rennställe um den Aufstieg.. "Selbst wenn wir die Lizenz nicht bekommen, wäre das kein Drama", sagte Godefroot. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der Stärke unserer Mannschaft ein Veranstalter selbst der großen Rundfahrten auf uns verzichten will. Dann starten wird eben mit einer Wildcard."

Möglicherweise wird noch ein weiterer ProTour-Platz frei, wenn die Lizenz von Manolo Saiz nicht verlängert wird, der in den spanischen Dopingskandal verwickelt ist und deshalb seinen Hauptsponsor Liberty Seguros verlor.

An der diesjährigen Tour de France konnte Astana mit seinem Kapitän Winokurow nicht teilnehmen, weil vor dem Start zu viele Fahrer wegen ihrer Verwicklung in den spanischen Doping-Skandal ausgeschlossen worden waren.