Profi-Radsport

Karriereende vor Augen

Landis: "Wer würde mich noch nehmen?"

17.12.2006 - (sid/dpa) - Der Gewinner der diesjährigen Tour de France, Floyd Landis, sieht seine Radsport-Karriere als "praktisch beendet" an. Der 31-jährige US-Amerikaner war nach seinem Tour-Sieg positiv auf das anabole Wachstumshormon Testosteron getestet worden. Landis sieht unabhängig von einer möglichen Dopingsperre kaum noch eine Chance, seine aktive Laufbahn fortzusetzen. "Selbst wenn ich nicht gesperrt werde, wer würde mich noch unter Vertrag nehmen?", sagte der frühere Phonak-Kapitän belgischen Medien. Sein Leben sei verpfuscht: «Mein Schwiegervater hat im August Selbstmord begangen. Er war mein bester Freund und größter Fan».

Nach dem Urteil des amerikanischen Verbandes gegen den in zwei Proben des Testosteron-Dopings überführten Landis bereitet sich die Tour-Organisation auf die nachträgliche Vergabe des Gelben Trikots an den formal Zweiten, Oscar Pereiro (Spanien), vor. Andreas Klöden, dessen neues Team Astana auf die ProTour-Lizenz im zweiten Nachsitz- Termin am kommenden Mittwoch hofft, könnte dann auf Rang zwei vorrücken. Das Thema Landis gilt bereits als erledigt. «Wir haben gerade das offizielle Tourbuch erhalten mit dem Landis-Konterfei in einem zersplitterten Spiegel als Titelbild», berichtete Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer.

Wegen Verfahrensfehlern bei der Analyse der positiven A- und B-Probe nach Landis' Tagessieg auf der 17. Tour-Etappe konnte bislang keine Suspendierung gegen den Doping-Sünder ausgesprochen werden. Anfang kommenden Jahres wird der Fall vor einem US-Schiedsgericht erneut verhandelt. Im schlimmsten Fall droht ihm eine vierjährige Sperre. "Ich betrachte mich derzeit nicht mehr als Radrennfahrer. Eine Sperre wäre allerdings das endgültige Aus", sagte Landis, der stets seine Unschuld beteuert hatte.

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