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"Man muss sich für Erfolg im Radsport nicht schämen."
(Deutschland Tour-Gewinner Linus Gerdemann)
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21.12.2006 - Bern (sid/Ra) - Die Schweiz – Hort der Seriösität? Im Radsport geht es wegen Jan Ullrichs Verstrickungen in den spanischen Dopingfall drunter und drüber. Einig sind sich die Herrschaften jedenfalls nicht. Als "klares Missverständnis" bezeichnete der zuständige Sachbearbeiter Bernhard Welten Aussagen des Geschäftsführers von Swiss Cycling, Lorenz Schläfli, der in der Frankfurter Allgemeinen die Einstellung des Verfahrens angekündigt hatte.
"Das stimmt in keiner Weise, und ich allein bin für den Fall zuständig", sagte Welten dem sid. An der Sachlage habe sich nichts geändert. Er warte in Abstimmung mit dem Rad-Weltverband UCI weiter auf die Zusendung weiterer Unterlagen aus Spanien und Deutschland: "Ich hoffe sehr, dass ich sie bis Mitte Januar erhalte, wie mir über die UCI avisiert wurde."
Diese Zusage hat Welten aber exklusiv. Denn UCI-Sprecher Carpani hat schon vor einigen Wochen verkündet, dass der spanische Ermittlungsrichter alle Unterlagen, die richterlichen Anordnungen unterlagen, für Sportgerichtsverfahren gesperrt hat. Deshalb stellten nacheinander alle Landesverbände ihre Ermittlungen bis auf weiteres ein – mit Ausnahme der Schweiz!
Ist es verletzte Eitelkeit des Sachbearbeiters, der immer wieder betont, kein Sachbearbeiter zu sein, sondern der zuständige Mitarbeiter der Fachkommission Doping?
Denn auch ohne zusätzliche Dokumente könne von der Einstellung der Ermittlungen keine Rede sein, sagt Welten. "Ich werde das "Dossier Ullrich" in jedem Fall an die Disziplinarkammer von Swiss Olympic (Schweizer Olympisches Komitee, d.Red.) weitergeben, und zwar mit einer Empfehlung." Diese könne "keine Sanktionen" lauten, aber auch "lebenslange Sperre", weil Ullrich bei einem Schuldspruch als Wiederholungstäter gelten würde. Zu einer Tendenz wollte er keine Aussage treffen. Laut Schläfli stehe die aber längst fest.
Welten hatte bereits vor einigen Wochen bekräftigt, dass die Auflage des Gerichts in Madrid, wonach die Untersuchungsergebnisse der "Operacion Puerto" vorerst nicht verwertet werden dürften, aus Schweizer Sicht nur für das Strafrecht gelten könne: "Wir aber befinden uns im Privatrecht."
Ullrich untersteht dem eidgenössischen Sportgericht, weil er seinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Auch sein Austritt aus dem Radsportverband Swiss Cyling mit Rückgabe seiner Profilizenz hat daran aus Sicht der Dopingkommission und der UCI nichts geändert.
Der 33-Jährige, einziger deutscher Tour-Sieger 1997, war von T-Mobile einen Tag vor Beginn der Frankreich-Rundfahrt 2006 von der Startliste genommen worden. Ullrich ist auf der Suche nach einem neuen Team. Fündig wird er erst, wenn das Verfahren in der Schweiz abgeschlossen ist. .
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