Petacchi, Zabel, Astarloa

Milram will mit Dreierspitze große Siege einfahren

10.01.2007  |  Bremen (dpa) - Aus der Doppelspitze wird ein Dreigestirn: Die deutsch-italienische Milram-Mannschaft startet mit den bewährten Kräften Erik Zabel und Alessandro Petacchi sowie Igor Astarloa in ihre zweite ProTour-Saison.

Der spanische Weltmeister von 2003 ist der prominenteste von fünf Neuzugängen beim norddeutschen Molkerei- Multi. Ein Sieg beim ersten Saison-Klassiker Mailand-San-Remo (24. März), Etappenerfolge und das Grüne Trikot bei der Tour de France sowie die Weltmeisterschaft in Stuttgart stehen auf der Prioritätenliste von Milram.

Aus der Milram-Doppelspitze Zabel/Petacchi ist mit dem 30-jährigen Astarloa jetzt ein Trio geworden. «Wir treten uns nicht auf die Füße. Die Doppelspitze hat trotz zahlreicher Bedenken funktioniert. Das wird auch zu Dritt klappen. Igor hat besondere Stärken bei Lüttich- Bastogne-Lüttich und beim Amstel Gold Race, er ist eine großartige Verstärkung», sagte Routinier Zabel (36), der 2007 in seine 15. und vorletzte Profi-Saison startet, auf der Team-Präsentation in Bremen.

In der Diskussion um den Doping-Fall Fuentes, in den auch sein ehemaliger Team-Kollege Jan Ullrich verstrickt ist, vertrat der Vize- Weltmeister aus Berlin folgende Position: «IOC-Präsident Rogge hat mit seinem Verweis auf die Unschuldsvermutung grundsätzlich recht. So lange keine Beweise auf dem Tisch liegen, dürften Ullrich und Basso fahren, auch wenn es große Diskussionen geben würde, wenn sie dann tatsächlich starten sollten, zumal beide nichts zur Aufklärung beigetragen haben. Der Ermittlungsrichter in Spanien sollte schleunigst alle Unterlagen auf den Tisch legen, so dass der Fall erledigt werden kann und im Fall von Beweisen Sportgerichtsverfahren eingeleitet werden können.»

Das Thema Doping spielte bei der Präsentation zunächst keine Rolle. Auf Nachfrage sorgte Team-Manager Gianluigi Stanga sogar für anfängliche Irritation: «Nichts besonderes» habe man im Team zur Doping-Bekämpfung geplant, und «das einzige, was mir in meiner 25-jährigen Karriere in dieser Beziehung vorkam war banal: Das Koffein- Doping von Gianni Bugno», sagte Stanga. Doch dann präzisierte der altgediente italienische Teamleiter: «Ich bin überzeugt, dass man Doping nicht mit Repression bekämpft. Der Dialog mit den Fahrern ist wichtiger. Wir versuchen, die Athleten von unserer Position zu überzeugen: Wir müssen nicht um jeden Preis gewinnen. Das ist der Wille unseres Sponsors. Wir wollen ehrliche Siege.» Zabel wertete diese Aussage als gutes Zeichen: «Das ist gerade in diesen Zeiten aus dem Mund des Sponsors ein wichtiger Hinweis.»

«Wir wollen Siege in San Remo, Hamburg und Stuttgart und bei den großen Länder-Rundfahrten», sagte Stanga in Bremen. Der Italiener erwartet besonders von seinem Landsmann Petacchi, der nach seinem Kniescheiben-Bruch beim Giro 2006 fast das komplette Jahr ausfiel, in dieser Saison mehr. «Meine Fraktur ist hundertprozentig ausgeheilt. Ich hoffe, ich kann wieder so zuschlagen wie 2005. Mit Astarloa sind wir jetzt noch vielseitiger«, erklärte Petacchi am Mittwoch. «Die WM im eigenen Land ist immer etwas ganz besonders, als Amateur war ich 1991 bei der WM in Stuttgart schon dabei», sagte Zabel und machte deutlich, dass die Titelkämpfe am 29. September sein Highlight 2007 sein sollen.

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