"Und danach ein ruhiges Karriereende"

Klöden wünscht Ullrich die Tour-Teilnahme

12.01.2007  |  Montuiri (dpa) - Andreas Klöden wünscht sich seinen ehemaligen Team-Kollegen Jan Ullrich als Konkurrenten bei der diesjährigen Tour de France «und ein ruhiges Karriereende danach».

Das sagte der Dritte der Tour 2006 im Trainingslager seiner neuen Astana-Mannschaft in Montuiri auf Mallorca. Sein Freund und ehemaliger Kapitän Ullrich ist in die Doping-Affäre Fuentes verstrickt und zur Zeit weiter ohne Lizenz und neues Team. «Wenn der Schweizer Verband ihm jetzt die Freigabe erteilt, gehe ich von seinem Tour-Start aus», sagte Klöden weiter zum Fall Ullrich.

IOC-Präsident Jacques Rogge habe mit seinem Verweis auf die Unschuldsvermutung eine Lanze für den italienischen Giro-Gewinner Ivan Basso und Ullrich gebrochen. Die Rechtslage ist für Klöden trotz der belastenden Indizien gegen Ullrich, Basso und andere Top-Profis klar: «Wenn es Beweise gegeben hätte, wären sie gesperrt worden. Ich mache mir darüber keine Gedanken mehr.» Sein Team-Kapitän Alexander Winokurow, dessen Spitzname («Wino») laut «Süddeutscher Zeitung» auch in Fuentes-Akten aufgetaucht sein soll, verneinte jeden Kontakt zu dem durch die Justiz verfolgten Arzt aus Madrid. «Ich habe diesen Monsieur noch nie gesehen», sagte Winokurow.

«Bei T-Mobile hätte ich keine starke Mannschaft mehr gehabt», nannte Klöden als Grund für den Wechsel zu dem von kasachischen Wirtschafts-Unternehmen gesponserten Team, das ihm jährlich 200 000 Euro mehr zahlen soll, als die Bonner geboten hatten. Das Hauptaugenmerk des Teams liege auf der Tour de France. Die Hierarchie in der Mannschaft für den Saisonhöhepunkt sei laut Klöden noch nicht festgelegt. «Ich bin bereit, Wino zu helfen, wenn er die Beine dazu hat, wie er es umgekehrt auch für mich machen würde», sagte Klöden.

Ähnlich äußerte sich Winokurow («Ich denke an nichts anderes als die Tour»): «Die aktuelle Form und die Situation bestimmen die Kapitänsrolle. Andreas hat schon bewiesen, dass er bei der Tour Großes leisten kann», erklärte der Silbermedaillengewinner von Sydney, der beim olympischen Finale vor sieben Jahren hinter Ullrich und vor Klöden einkam.

Das Astana-Team ist das Auffangbecken T-Mobile-Abtrünniger: Neben den Profis Klöden, Matthias Kessler, Eddy Mazzoleni und anderen leitet Ex-Manager Walter Godefroot die Geschicke der in der Schweiz lizenzierten Mannschaft als technischer Manager. Mario Kummer ist Sport-Direktor. Insgesamt arbeiten 11 ehemalige T-Mobile-Angestellte bei Astana.

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