Teampräsentation Gerolsteiner

Fothen hat keine Angst vor der Verantwortung

16.01.2007  |  (sid) - 2007 ist beim Team Gerolsteiner eine Saison der Jugend. Nach dem Abgang der Stars Levi Leipheimer (Discovery), Georg Totschnig und Michael Rich (beide Karriere beendet) setzt der deutsche Radsport-Rennstall auf eine junge Garde um Tour-Hoffnung Markus Fothen oder Allrounder Stefan Schumacher, die an die herausragende Saison 2006 (41 Siege) anknüpfen sollen. Auch Heinrich Haussler, Fabian Wegmann oder Sebastian Lang sollen in die Verantwortung rücken.

Der Generationenwechsel bereitet Teamchef Hans-Michael Holczer keineswegs Sorge, auch wenn die Messlatte nach 41 Siegen aus dem Vorjahr sehr hoch liegt: "Wir machen weiter wie bisher und werden von unserem kontinuierlichen Weg nicht abweichen", sagte er auf der Teampräsentation in der Konzernzentrale Gerolstein und schwor sein 26 Fahrer umfassendes Aufgebot auch im Kampf gegen Doping auf eine "Führungs- und Vorbildfunktion" ein.

Sieben junge Neuzugänge

Auch in diesem Jahr wurden in Tim Klinger (Sprockhövel), Carlo Westphal (Heinrichsberg), Johannes Fröhlinger (Freiburg), Bernhard Kohl (Österreich), Oliver Zaugg (Schweiz), Oscar Gatto (Italien) und Tom Stamsnijder (Niederlande) junge, hungrige Fahrer verpflichtet - ein Konzept, das seit der Teamgründung 1998 stets aufgegangen ist.

41 Saisonsiege 2006 eine Rekordmarke. "Das war sensationell. Es hat sich als richtig erwiesen, auf deutschen Nachwuchs zu setzen", meinte Konzern-Geschäftsführer Jörg Croseck stolz. Schumacher gewann der zwei Giro-Etappen, fuhr zwei Tage in Rosa, aber auch das starke Tour-Debüt von Fothen (Platz 15) oder die Tagessiege von Robert Förster bei Giro und Vuelta ragten heraus.

Von den sieben Neuzugängen dürfte am ehesten der Österreicher Bernhard Kohl den Radsport-Insidern ein Begriff sein. Auf große Namen wurde bewusst verzichtet: "Wir haben auch so genug Potenzial in der Truppe", meint Holczer, der bei der Tour ganz auf Fothen mit dem Ziel "Top Ten" setzt. Der nimmt die Rolle selbstbewusst an: "Ich habe keine Angst, Verantwortung zu übernehmen. Wir werden das schon meistern."

Der Startschuss in die Saison erfolgt am 26. Januar bei der Katar-Rundfahrt. Schwerpunkte sind in auch diesem Jahr wieder die Frühjahrsklassiker mit Kapitän Davide Rebellin, Schumacher, Haussler und Wegmann als Speerspitzen, danach die drei großen Rundfahrten Giro, Tour und Vuelta sowie naturgemäß die Deutschland-Tour. Zum Abschluss wollen vor allem Zeitfahr-Ass Lang und "Schumi" bei der Straßen-WM vor seiner Haustür in Stuttgart auftrumpfen.

Null Toleranz bei Doping

Im Kampf gegen Doping setzt Gerolsteiner wie T-Mobile auf die "Null-Toleranz-Politik", wobei Holczer auch den Weltverband in die Pflicht nimmt: "Wir brauchen die UCI, die sich nicht immer dort sehen gelassen hat, wo es brannte", sagt der Herrenberger und fordert zudem "politischen Druck auf die Spanier, damit sie die Unterlagen in der Operacion Puerto endlich freigeben".

Sollte der Radsport die Doping-Seuche nicht bald in den Griff bekommen, könnte auch die Zukunft des Teams Gerolsteiner auf dem Spiel stehen. "Wir werden die Entwicklung genau beobachten und bewerten", mahnte Croseck mit Blick auf den 2008 auslaufenden Vertrag.

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