Salvetat Rad-Cross-Weltmeisterin

Zwei Stürze kosten Kupfernagel den vierten Titel

28.01.2007  |  Hooglede-Gits/Belgien (dpa) - Nach dem frustrierenden fünften Rang bei der Rad-Cross-WM schwang sich Hanka Kupfernagel auf ihr Straßenrad und verschwand vom Kurs in Hooglede-Gits. Zwei Stürze kosteten den sicher geglaubten vierten Weltmeister-Titel.

Die große Favoritin aus Werder fuhr im Titelrennen bei für sie idealen Bedingungen nach zwei von fünf Runden mit 20 Sekunden Vorsprung schon auf Gold-Kurs. Dann verlor die 25fache deutsche Meisterin aber durch zwei Stürze wertvollen Boden und die Motivation.

Den Titel holte sich vor 30 000 Zuschauern überraschend die Französin Maryline Salvetat vor der Amerikanerin Katie Compton und Laurence Leboucher (Frankreich), Weltmeisterin von 2002 und 2004. Birgit Hollmann aus Berlin wurde hinter der Titelverteidigerin Marianne Vos (Niederlande) Achte. Die deutschen Elite-Fahrer waren erwartungsgemäß ohne Chance: Der deutsche Meister René Birkenfeld (Harvestehude) kam als bester nicht unter die ersten 20. Der Belgier Erwin Vervecken verteidigte seinen Titel mit fünf Sekunden vor Jonathan Page (USA) und Enrico Franzoi (Italien). Im U23-Rennen hatte sich Philipp Walsleben aus Kleinmachnow am Vortag über Rang fünf gefreut.

«Natürlich bin ich sehr enttäuscht, wenn ich mich deutlich führend an den Zuschauern am Streckenrand `aufhänge`. Aber es gibt wichtigere Dinge im Leben als einen WM-Titel», sagte Hanka Kupfernagel unmittelbar nach dem Rennen, das den Schlusspunkt unter ihre Cross- Karriere setzen sollte. In Zukunft will sie sich, die Olympischen Spiele in Peking vor Augen, auf das Mountainbike konzentrieren. Vielleicht startet die 32-jährige Thüringerin aber im kommenden Jahr doch noch einmal einen Versuch im Cross. «Sie fühlte sich superstark. Unser Konzept, von Beginn an in Führung zu gehen, ging zunächst auf. Dass es dann so kam, ist natürlich extremes Pech», sagte ihr Partner und Trainer Mike Kluge, in aktiven Zeiten ebenfalls dreifacher Cross- Weltmeister.

Die diesjährige Weltcup-Gewinnerin fuhr sofort an die Spitze und setzte sich ab. In der dritten Runde passierte es: Hanka Kupfernagel fuhr zu nah an die Zuschauer, verhakte sich und fiel. Die Verfolgerinnen zogen an ihr vorbei. Doch die Kämpferin aus Werder, früher vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) oft als enfant terrible bezeichnet und jetzt das Aushängeschild des Frauen-Radsports, gab nicht auf. Hanka Kupfernagel schloss wieder auf zur vierköpfigen Spitzengruppe. Doch dann stürzte sie zum zweiten Mal.

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