Profi-Radsport

Paris-Nizza

UCI erteilt Startverbot für ProTour-Teams

22.02.2007 - (sid) - Die Fronten zwischen dem Weltverband UCI und nationalen Veranstaltern im internationalen Straßenradsport verhärten sich immer mehr. So hat die UCI die 20 Teams der ersten Kategorie dazu aufgefordert, den Auftakt der ProTour 2007, die Fernfahrt Paris-Nizza, zu boykottieren.

Die UCI reagierte damit auf eine Erklärung der französischen Federation FFC, die sich am Mittwoch auf die Seite des Veranstalters ASO gestellt hatte. Danach soll Paris-Nizza als "freies Rennen" unter FFC-Aufsicht über die Bühne gehen. Man werde auch die Verbände Italiens und Spaniens um Unterstützung bitten, sagte FFC-Präsident Jean Pitallier.

Nationale Veranstalter haben starke Position

Die "Rebellen" befinden sich in einer starken Position, weil ASO auch Ausrichter der Tour de France sowie mehrerer Klassiker wie Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich ist. Ein Startverzicht der Profi-Rennställe bei Paris-Nizza könnte somit deren Teilnahme an der "Großen Schleife" gefährden. Darauf will es kaum jemand ankommen lassen.

Mit "Ratlosigkeit" beschrieb Gerolsteiner-Teamsprecher Jörg Grünefeld die Stimmung bei jenen ProTour-Mannschaften, deren Leiter sich derzeit bei der Kalifornien-Rundfahrt aufhalten. Man habe sich nach Erhalt des UCI-Schreibens zusammengesetzt, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Der UCI dürften kaum Sanktionsmöglichkeiten bleiben, auch wenn das FFC-Vorgehen gegen die Statuten des Weltverbandes verstößt.

Es gebe ja bislang kein "Startverbot", sagte Rolf Aldag, sportlicher Leiter von T-Mobile: "Wenn die UCI es ausspricht, würden wir uns natürlich fügen. Generell halten wir aber nichts von einem politischen Boykott und hoffen weiter auf eine Einigung, denn schließlich möchten unsere Fahrer Rennen bestreiten."

Ausschluss der Unibet-Mannschaft als Auslöser

Der Konflikt hatte sich am Ausschluss der schwedisch-belgischen Unibet-Mannschaft entzündet, die laut UCI-Regeln wie jedes ProTour-Team die Startgenehmigung hätte erhalten müssen. ASO beruft sich auf nationales Recht, das Werbung von Internet-Wettanbietern wie unibet.com verbietet.

Dieses Argument ist nur vorgeschoben, denn man hätte auch nur die Sponsoren-Logos untersagen können. Im Kern geht es vielmehr darum, dass die drei großen Rundfahrt-Organisationen von Tour (ASO), Giro (RCS) und Vuelta (Unipublic) sich grundsätzlich weigern, die ProTour-Rennställe als "geschlossene Gesellschaft" zu akzeptieren. Man will die Starterfelder selbst bestimmen können.

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