Profi-Radsport

WM in Oktober, Weltcups im Frühjahr/Sommer

BDR will Reform des Wettkampfkalenders

30.03.2007 - (sid) - Mit dem internationalen Terminkalender im Bahnradsport ist der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) nicht zufrieden - und will daher gravierende Änderungen vorschlagen. Die Weltmeisterschaften sollen künftig im Herbst ausgetragen werden und die Weltcups im Sommerhalbjahr statt wie derzeit über die Wintersaison.

"Wir plädieren für eine WM im Oktober und für die Weltcups im Zeitraum April und Mai sowie August und September. Diese Vorschläge haben wir dem internationalen Verband unterbreitet. Wir halten es für sinnvoll, nach den Olympischen Spielen 2008 wieder zum alten Saisonkalender zurückzukehren", sagte BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer am Rande der Bahnrad-WM in Palma de Mallorca dem Sport-Informations-Dienst (sid).

BDR will die Kosten senken

Ein entscheidender Grund für den Vorstoß seien "die Kosten, die uns davonlaufen." Damit sich die deutschen Athleten auf das seit 2004 auf Ende März terminierte Welt-Championat vorbereiten können, seien im Vorfeld weite Reisen in wärmere Gefilde notwendig. "Früher konnten wir zur WM-Vorbereitung nach Mallorca fahren, jetzt müssen wir nach Südafrika oder Australien gehen. Das macht sich bei den Kosten sehr deutlich bemerkbar", sagte Bremer. Für den BDR schlagen diese Mehrausgaben mit etwa 200.000 Euro pro Saison zu Buche.

"Wir unterstützen diese Vorschläge. Auch andere europäische Verbände sprechen sich für eine Veränderung des Wettkampfkalenders aus", erklärte der frühere Weltklasse-Sprinter Florian Rousseau und heutige Cheftrainer des französischen Teams.

Ray Godkin, Chef der Bahn-Kommission des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI), bestätigte, dass am Rande der WM Gespräche mit den nationalen Verbänden über Reformen geführt werden sollen. "Frühestens sind Veränderungen jedoch ab 2010 vorstellbar", sagte der Australier.

Bahnkalender kollidiert mit Sechstagerennen

Die UCI hatte die Bahn-WM ab 2004 vom Sommer auf das Frühjahr vorverlegt und auch die Weltcups in das Winterhalbjahr verlegt, um eine Terminüberschneidung der Bahn- und der Straßenrad-Sparte zu vermeiden. Seitdem kollidiert der internationale Bahnkalender insbesondere in Deutschland mit den Sechstagerennen, die ebenfalls zwischen November und Februar ausgetragen werden.

"Mit einer WM im Oktober könnte man das Problem entzerren und dann könnte man außerdem die WM-Ergebnisse anschließend bei den Sixdays vermarkten", weist Bremer auf einen weiteren Vorteil hin. "Das wäre auch ganz im Sinne der Sportler."

Live-Ticker