Profi-Radsport

Niedersachsen-Rundfahrt

1. Sieg in Magenta! Ciolek schlägt Zabel und Petacchi

27.04.2007 - (sid/dpa/Ra) - Mit einem Ausrufezeichen hat Gerald Ciolek einmal mehr sein Können unter Beweis gestellt. Der U23-Weltmeister stoppte bei der Niedersachsen-Rundfahrt eindrucksvoll die Siegesserie von Italiens Sprintstar Alessandro Petacchi. Der 20 Jahre alte Puhlheimer vom Team T-Mobile setzte sich auf den 160,9km von Melle nach Rheda-Wiedenbrück in 3:29:35 Stunden vor Erik Zabel (Unna/Milram) und dem Australier Graeme Brown (Rabobank) durch. Titelverteidiger Petacchi (Milram) musste sich nach zuvor sieben Siegen in Serie mit dem vierten Rang begnügen, behauptete aber das Gelbe Trikot des Führenden.

"Ich hatte mich diesmal auf das Hinterrad von Erik Zabel konzentriert", sagte Ciolek. Die Rechnung des deutschen Meisters von 2005, der an den Vortagen kaum in Erscheinung getreten war, ging auf.

"Gerald brauchte seine Zeit, um seinen Platz im Feld zu finden. Heute hat die Mannschaft gut gearbeitet und schon hat er die Milram-Stars Zabel und Petacchi überspurtet", sagte Teamleiter Jan Schaffrath. In der Gesamtwertung sprang Ciolek vom 40. auf den vierten Rang und liegt nun zehn Sekunden hinter Petacchi. Zabel ist Zweiter vor Brown.

Bei Milram tauschten Zabel und Petacchi heute die Rollen. "Es war sehr wichtig für mich, auf dieser Etappe für Erik zu arbeiten. Nach meinem zweiten Sieg gestern habe ich mit ihm gesprochen und habe gesagt, dass ich für ihn den Sprint vorbereiten will. Das Rennen ist in Deutschland, und nach dem Sturz in Flandern ist nicht alles optimal gelaufen. Ich wollte, dass er die Etappe gewinnt.“, äußerte sich Alessandro Petacchi.

Zabel konnte im Finale die Vorarbeit seines Edelhelfers jedoch nicht nutzen und musste seinen ersten Saisonsieg verschieben. "Ich habe von der Mitte der Straße den Spurt angezogen und Erik von der linken Seite, aber der Wind kam von der linken Seite. Ciolek und Brown kamen aus einer besseren Position, Das war perfekt für Ciolek und weniger gut für Erik", so Petacchi über die letzten Meter. "Damit bin ich zufrieden", sagte Zabel mit nicht sonderlich froher Miene über seinen zweiten Platz.

Einen sehr starken sechsten Platz konnte Heinz von Heiden Fahrer Dennis Pohl herausfahren. Teamkollege Roman Jördens landete zwei Plätze dahinter. Auch das Team Regiostom-Senges fuhr mit Niederländer Peter Möhlmann unter die besten zehn.

Das Team Gerolsteiner konnte heute hingegen keine Spitzenplatzierung herausfahren. Bester Fahrer des Teams wurde Heinrich Haussler auf Rang 18. Auch das Team Wiesenhof, das auf der ersten Etappe Sprinter Olaf Pollack verlor, konnte heute nicht in die Entscheidung eingreifen. Steffen Radochla belegte Rang 26.

Lange Zeit geprägt wurde der Abstecher nach Nordrhein-Westfalen von einer sechsköpfigen Spitzengruppe, zu der auch Ronny Scholz (Gerolsteiner), Daniel Musiol (Wiesenhhof), Stephan Parinussa (Sparkasse) und Sören Hofmann von der 3C-Gruppe Lamonta gehörten. Sie wurden allerdings rechtzeitig zum Sprintfinale wieder eingeholt.

Die Entscheidung um den Rundfahrtsieg fällt an diesem Samstag auf der vierten Etappe von Rheda-Wiedenbrück nach Duderstadt und am Sonntag auf der abschließenden «Königsetappe» von Osterode/Harz nach Göttingen.

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