|
|
Zitat der Woche:
"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
Aktuelle Nachrichten
Continental-News
Hintergrund
Ergebnisse
Teams
Fahrer
Videos
Live-Ticker
TV-Termine
Giro d'Italia
Tour de France
Deutschland Tour
Vuelta a España
Archiv
RSN-Archiv 1996-2007
Kleinanzeigen
Links
Vereinsdatenbank
Lexikon
WAP / PDA
Homepage-News
RSS-Feed
Radsport-Aktiv.de
Radsport-News.com
Mediadaten
Produktinformationen
Datenschutz
Kontakt / Impressum
30.04.2007 - (dpa,sid,Ra) - Nach den schweren Doping-Anschuldigungen gegen Jan Ullrich und die Tour-Mannschaft von 1996 hat das T-Mobile-Team eine lückenlose Aufklärung angekündigt - und stellt dabei sogar das Freiburger Ärzteteam um Lothar Heinrich auf den Prüfstand. "Das sind massive Beschuldigungen. Wir schauen uns die Beweislage genau an. Es geht nicht darum, aus dieser Sache rauszukommen. Es muss Aufklärung betrieben werden. Und wir sind in der Lage, in jede Richtung zu reagieren", sagte Sportdirektor Rolf Aldag beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich dem sid hinsichtlich der Vorwürfe gegen den früheren Telekom-Masseurs Jeff d'Hont.
Zwei Ärzte der T-Mobile-Mannschaft stehen neben den ehemaligen Profis Jan Ullrich, Bjarne Riis und Ex-Manager Walter Godefroot im Zentrum schwerer Doping-Anschuldigungen des Masseurs Jef d`Hont». Im Vorabdruck seines Buches, den das Nachrichten-Magazin «Spiegel» in Ausgabe veröffentlicht, behauptete der von 1992 bis 1996 unter Godefroot beschäftigte Belgier, die Teamärzte der Uni-Klinik Freiburg sollen auch das Blutdoping-Mittel EPO verabreicht haben. «Die Fahrer wollten es, auch wenn der Teamarzt Andreas Schmid sich anfänglich sträubte», erklärte d`Hont in der Titelgeschichte des Blattes. Auch der heutige T-Mobile-Teamarzt Lothar Heinrich habe den Rennfahrern EPO gespritzt. «Godefroot organisierte das Doping-System und finanzierte es», erklärte der «Spiegel»-Kronzeuge weiter.
Jan Ullrich, so der Betreuer, habe während der Tour de France 1996 zu den Telekom-Profis gehört, die EPO genommen hätten. «Morgens wurden die Blutwerte kontrolliert. Abends nach der Massage gab es dann im Hotelzimmer alle zwei, drei Tage neue EPO-Einheiten», sagte d`Hont dem Magazin. Zudem habe Ullrich, am 26. Februar unter dem Druck der Ermittlungs-Erkenntnisse der spanischen Fuentes-Affäre zurückgetreten, «auch Wachstumshormone» genommen, so d`Hont.
Der Belgier, der im Doping-Prozess gegen das Festina-Team im Oktober 2000 wegen Mittäterschaft zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 3000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, hatte zuvor im belgischen Fernsehen auch den damaligen Telekom-Kapitän Bjarne Riis massiv beschuldigt. Beweise könne der Belgier allerdings nicht vorlegen. Seine Frau habe Aufzeichnungen während seiner Untersuchungshaft vernichtet. Der Radsport habe laut d`Hont mafiöse Strukturen und es herrsche ein Gesetz des Schweigens. Intern wüssten alle Bescheid, die Öffentlichkeit werde «für dumm verkauft».
Der neue Manager des Teams T-Mobile, Bob Stapleton, schließt eine Zusammenarbeit mit belasteten Medizinern für die Zukunft aus. «Wenn sich die Behauptungen über die Universität Freiburg als wahr erweisen, werden wir nach einer Alternative suchen», sagte der Amerikaner dem «Spiegel». Kommunikations-Chef Christian Frommert erklärte: «Wir werden reden, und wenn Konsequenzen zu ziehen sind, werden wir sie ziehen, wie und wann wir das für richtig halten.» Er nannte die Vorwürfe «sehr konkret». Frommert werde im Vorfeld des deutschen Klassikers «Rund um den Henninger Turm» in Frankfurt/Main mit Teamchef Rolf Aldag und Stapleton zusammentreffen.
In einem dpa-Interview sagte Heinrich am 13. April zu Vorwürfen d`Honts im belgischen TV, Riis sei bei seinem Toursieg 1996 «randvoll mit EPO» gefahren, und die Doping-Beschaffung sei über «die Freiburger Ärzte» gelaufen: «Diese Aussagen sind für mich unerklärlich.» Die Erwiderung seines Freiburger Arbeitgebers, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage, könne er «nur bekräftigen.» Auf die Frage, ob es bei den damaligen Untersuchungen von Riis und Ullrich, der vor elf Jahren bei seinem Tour-Debüt Zweiter wurde, Auffälligkeiten gegeben hätte, sagte Heinrich: «Die von uns erhobenen Befunde lagen im normalen Bereich.» 1996 gab es noch keine Blut-Kontrollen und der Hämatokrit-Wert, der bei Erhöhung auf EPO-Doping hindeutet, war noch nicht relevant. Das als Blut-Doping-Mittel missbrauchte Hormon EPO stand aber bereits auf der Doping-Liste.
Godefroot, inzwischen Teamchef in der neuen Formation Astana, ließ dem «Spiegel» über seine Anwälte ausrichten, er möchte mit dem Buch d`Honts nicht in Verbindung gebracht werden. Er streite es nachdrücklich ab, sollte in dem Buch unterstellt werden, dass «ich jemanden dazu aufgefordert habe, verbotene Mittel zu nehmen oder, dass ich etwas in dieser Art organisiert hätte», sagte der 64-Jährige dem Nachrichten-Magazin. Udo Bölts, früher Team-Kollege und besonderer Motivator von Ullrich, jetzt Teilzeit-Teamchef bei Gerolsteiner, hätte in seiner aktiven Zeit «von all dem nichts mitgekriegt.» Außerdem wolle er «zu diesem Schwachsinn keinen Kommentar abgeben», sagte er dpa.
Nach dem «Ullrich-Schock» gilt das T-Mobile-Team mit der Riis- Mannschaft CSC aus Dänemark unter den 17 ProTour-Teams als Vorkämpfer im Anti-Doping-Kampf. Beim «Großreinemachen» der Bonner Chefetage nach der Tour 2006 mussten neben den direkt durch Indizien belasteten Ullrich und Oscar Sevilla weitere Fahrer, Teamchef Mario Kummer (jetzt auch bei Astana) und Manager Olaf Ludwig (ohne neuen Job) gehen. Die medizinische Abteilung, die das neue, aktuelle Anti- Doping-Program auch mit externen Wissenschaftlern erarbeitete und umsetzt, blieb unangetastet.
Ullrichs Manager Wolfgang Strohband war am Sonntag genauso wie Anwalt Peter-Michael Diestel zu keiner Stellungnahme zu erreichen.
Der Freiburger Arzt Lothar Heinrich, der auch heute noch Teamarzt bei T-Mobile ist, wollte sich der Öffentlichkeit ebenfalls nicht stellen, wies aber die Vorwürfe via T-Mobile-Presseabteilung scharf zurück. D'Hont wirft Heinrich und dessen Kollege Andreas Schmid vor, das Doping-Programm mitgetragen zu haben.
Für Aldag, der damals zum Team gehörte, ist es "unvorstellbar, dass systematisches Doping stattgefunden hat". Er habe ein reines Gewissen und niemals gedopt. Daran glaubt auch Teamchef Bob Stapleton: "Rolf vertraue ich zu hundert Prozent, und auch die Erfahrungen mit den Medizinern aus Freiburg sind bisher sehr positiv." Stapleton hatte mit Aldag im Zuge des Doping-Skandals um Ullrich das T-Mobile-Team komplett umgekrempelt.
Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, wäre dies auch ein schwerer Schlag für das ehrgeizige Anti-Doping-Programm des Bonner Radrennstalls. Schließlich ist Heinrich beim scharfen Kontrollsystem eng miteingebunden. Einen Schnellschuss werde es nun aber nicht geben. "Das würde unser Programm zerstören. Wir werden uns Zeit nehmen und sehen, welche Informationen wahr sind", kündigte Stapleton an.
Einer seiner Vorgänger, der damalige Telekom-Teamchef Walter Godefroot wies die Vorwürfe von d'Hont zurück. "Naja, er schreibt halt ein Buch und braucht wohl Geld. Ich habe jedenfalls die Fahrer nie angewiesen, Dopingmittel zu nehmen", sagte der Belgier, der als Berater beim Astana-Team tätig ist, dem sid. Eine Klage gegen d'Hont werde er nach derzeitigem Stand nicht anstreben, er müsse erstmal dessen Behauptungen genau lesen.
Stapleton empfahl Heinrich, rechtliche Schritte einzuleiten, sollten die Vorwürfe haltlos sein. "Die betroffenen Personen sollten dann eine Klage in Betracht ziehen", so der Amerikaner. Das erwartet auch Aldag, schließlich müsste die Universität Freiburg "massives Interesse daran haben, die Sache aufzuklären".
Degenkolb gelingt historisches Triple (06.10.2008)
Westmattelmann deutscher Zeitfahr-Hochschulmeister (06.10.2008)
Retschke als Solist zum elften Saisonsieg (29.09.2008)
Re: Schumacher und Voigt unter 14 Verdächtigen? (07.10.2008)
Re: Eine Antwort biite, die Herren Zensoren (07.10.2008)
Re: Schumacher postitiv auf CERA (Quelle:l´équipe) (06.10.2008)
Re: Fall Schumacher purer Zufall ? (06.10.2008)
Fall Schumacher purer Zufall ? (06.10.2008)