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30.04.2007 - (sid/dpa) - In der "Operation Puerto" ist kein Ende abzusehen: Die Zahl der in die spanische Doping-Affäre verwickelten Radprofis ist um weitere 49 Namen auf nunmehr 107 Verdächtige gestiegen. Das berichtet die italienische Sport-Tageszeitung "Gazzetta dello Sport". Dies gehe aus den von den Justizbehörden sammelten Dokumente im Umfang von rund 6000 Seiten hervor. Diese Dossiers sollen sich laut der Gazzetta bereits im Besitz der UCI-Juristen befinden. Bislang war man von lediglich 500 Seiten Akten ausgegangen. Die Zeitung spekuliert, dass sich nun eine weitere Untersuchung der spanischen Behörden abzuzeichnen scheint. Unter den neuen Beschuldigten sollen sich weitere prominente Fahrer aus verschiedenen Ländern befinden. Namen nannte die Zeitung nicht.
Die spanische Polizei hatte im Mai des Vorjahres im Rahmen der «Operacion Puerto» Hauptverdächtige verhaftet. Im Zentrum des Dopingrings stand der frühere Kelme- und ONCE-Teamarzt Fuentes. Bei dem Mediziner hatte die Guardia Civil große Mengen an Dopingmitteln (EPO, Anabolika, Wachstumshormone) sowie 223 eingefrorene Blutkonserven entdeckt, die zu Blutdoping benutzt wurden. Bisher wurde lediglich Jan Ullrich als Kunde von Fuentes identifiziert.
Ein DNA-Test der Bonner Staatsanwaltschaft hatte ergeben, dass die bei Fuentes unter dem Codenamen «Jan» gelagert Blutbeutel von Ullrich stammen. Der Toursieger von 1997, der inzwischen seine Karriere beendet hat, streitet aber weiterhin Doping ab.
In den letzten Wochen kam neue Bewegung in die Aufklärung der Fuentes-Affäre. Die italienischen Sportverbände eröffneten wieder das Disziplinarverfahren gegen Ivan Basso, der deshalb von seinem neuen Team Discovery suspendiert wurde. Der Giro-Sieger muss am 2. Mai vor der Disziplinarkommission des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) erscheinen. Die spanische Justiz gab kürzlich bekannt, dass sie der Staatsanwaltschaft Bergamo Proben des in Madrid gefundenen Blutes, das Basso zugerechnet wird, überstellen werde. Ein DNA-Test soll wie im Fall Ullrich Klarheit bringen. Basso ist inzwischen von den Tour-Organisatoren zu unerwünschten Person erklärt worden.Basso, der im ersten Anlauf freigesprochen worden war, droht eine zweijährige Sperre. Im Fall eines Geständnisses und einer aktiven Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft könnte diese auf ein Jahr reduziert werden.
Inzwischen hat UCI-Präsident Pat McQuaid die spanischen Behörden und den Sportminister in einem Brief um Unterstützung gebeten. Auch die Teams fordern von den spanischen Behörden die lückenlose Aufklärung der Fuentes-Dopingaffäre. Am Wochenende in Lüttich war diskutiert worden, eine Delegation nach Madrid zu schicken, die medienwirksam diese Forderung unterstreicht.
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