Giro und Tour führen auch durch Deutschland

18.11.2001  |  Berlin (dpa) - Deutschland ist im nächsten Jahr Gastgeber für den Giro d`Italia und die Tour de France und unterstreicht damit die gewachsene Bedeutung des Radsports hier zu Lande. Die 1. und 2. Etappe des 85. Giro d`Italia, dessen Streckenführung vor 900 Zuschauern im Mailänder Auditorium vorgestellt wurde, führt durch Deutschland.

Der zweite Tagesabschnitt wird in Groningen/Niederlande gestartet und endet nach 215 km in Münster/Westf. Die nächste Etappe führt von Köln nach Lüttich über 199 km. Am 8. Juli ist Saarbrücken Ziel der 2. Etappe - zwei Jahre nach Freiburg - der Tour de France.

«Leider sind im nächsten Jahr beim Giro viele Transfers nötig, aber die Strecke ist nicht übermäßig schwer», beurteilte Telekom-Manager Walter Godefroot den Kurs. Wie 2001 wird auch im nächsten Jahr ein Telekom-Team an den Start gehen. Die Italien-Rundfahrt 2002 beginnt am 11. Mai in Groningen mit einem 6,5 km langen Prolog und endet am 2. Juni in Mailand. «Ob wie in diesem Jahr Jan Ullrich wieder dabei sein wird, entscheiden wir erst relativ kurzfristig», sagte Team-Chef Rudy Pevenage. Das Team Gerolsteiner, das sich für die kommende Saison mit dem Weltranglisten-Dritten Davide Rebellin (Italien) verstärkt hat, wird als zweite deutsche GSI-Mannschaft in Italien am Start sein.

Anlässlich der Einführung des Euro führt der Giro im kommenden Jahr durch sechs Länder. Am 15. Mai erfolgt nach dem Etappenende in Straßburg in Frankreich der Transfer nach Italien, wo die letzten 16 Etappen stattfinden. Zwei Einzelzeitfahren über 30 km (14. Etappe) und 44 km (19. Etappe) stehen auf dem Programm. Die gefürchteten Bergetappen in den Dolomiten wurde im Vergleich zu den Vorjahren etwas entschärft (nur zwei Hochgebirgs-Etappen).

Trotzdem rechnet sich Marco Pantani, der im kommenden Jahr beim Giro und der Tour ein Comeback starten will, wieder Möglichkeiten aus. «Der Kurs bietet allen Rennfahrer-Typen etwas, aber es fehlt die historische Bergetappe», sagte der Kletterspezialist und Giro-Gewinner von 1998, der gerade in der Revision seines ersten Doping- Falls freigesprochen worden war.

An der Präsentation nahm in Mailand auch der italienische Profi Dario Frigo teil, der nach der Doping-Razzia beim vergangenen Giro von seiner Mannschaftsführung als Gesamt-Zweiter nach Hause geschickt worden war. In Anschluss hatte Frigo Doping gestanden, wurde allerdings vom italienischen Verband nur für sechs Monate gesperrt. «Es wird mindestens so schwer wie im vergangenen Jahr», hatte Frigo am Samstag erklärt.

«In Köln starten wir die Etappe auf dem Domplatz. Wir hoffen, ähnlich wie bei der Tour de France in Freiburg vor einem Jahr, auf viele Zuschauer und die gleiche Begeisterung. In Münster wird die Etappe mit einem Rundkurs in der Innenstadt beendet», verriet Giro-Direktor Carmino Castellano. «Alle sind sich einig: Ein Giro ohne Favorit. Die Bergspezialisten hätten sich mehr Steigungen gewünscht, aber für Fahrer wie Frigo ist die Strecke sehr gut», schrieb die «Gazzetta dello Sport».

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